Antje Flemming

Shownotes

Hamburg, das ist heute: Antje Flemming. Seit Mai 2025 leitet sie das Literaturhaus Hamburg – ein Haus, dem sie schon seit über zwei Jahrzehnten verbunden ist: Von 2002 bis 2016 verantwortete sie dort bereits die Öffentlichkeitsarbeit, zuletzt war sie als Literaturreferentin in der Hamburger Kulturbehörde tätig.

Im Gespräch mit Nicola Wessinghage spricht Antje Flemming über ihre Kindheit und Jugend in der DDR, über unterschiedliche Zugänge zu Kultur in Ost und West und darüber, wie sie das Literaturhaus für ein möglichst breites Publikum öffnen möchte. Es geht um Diversität in der Literatur, um die Autorinnen der Gruppe 47 – und um die Frage, wie ein Literaturhaus heute relevant für alle Menschen sein kann.

Die HOOU-Lernangebote, die zu dieser Folge passen, knüpfen an zentrale Themen des Gesprächs an: „Comm.Unity" zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und „Die Neue Frau" zu weiblichen Lebensentwürfen in der Literatur und Kulturgeschichte.

Literaturhaus Hamburg

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Podcast „Jetzt lass mich doch mal auslesen"

„Was machen die da?" – Porträt Antje Flemming zu ihrer Zeit als Pressesprecherin des Literaturhauses Hamburg (Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm, März 2014)

Comic-Projekt „100 Jahre Lenz" mit Illustrationen von Studierenden der HAW

Nicole Seifert: Einige Herren sagten etwas dazu. Die Autorinnen der Gruppe 47. Kiepenheuer & Witsch 2024

Gruppe 47 (Wikipedia)

Lee Leder Guttmann (Wikipedia)

Foto Antje Flemming: Gunter Glücklich

HOOU Lernangebote

Comm.Unity

Die Neue Frau

Credits

Moderation: Nicola Wessinghage und Christian Friedrich
Musik: Jakob Kopczynski
Produktion: Christian Friedrich
Foto Antje Flemming: Gunter Glücklich

Die Angebote zum Selbstlernen auf der Online-Plattform der Hamburg Open Online University stehen allen Interessierten frei zur Verfügung. Um unsere Lernangebote zu nutzen, brauchst du weder zu studieren noch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Schau einfach online vorbei. Unsere Internetadresse ist www.hoou.de

Feedback, Anregungen und Kommentare zum Podcast erreichen uns per E-Mail unter waswillstduwissen@haw-hamburg.de

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Antje Flemming: Wir hören das öfter mal. Bin ich denn da überhaupt willkommen?

Antje Flemming: Gehöre ich denn hierher?

Antje Flemming: Ist es denn nicht nur so das Bildungsbürgertum von der Alster,

Antje Flemming: was hier willkommen ist?

Antje Flemming: Und da bin ich wirklich ganz stark dagegen.

Nicola: Herzlich willkommen bei Hamburg, was willst du wissen? Dem Podcast der Hamburg

Nicola: Open Online University, kurz HOOU.

Nicola: Wir unterhalten uns hier mit Menschen aus der Stadt darüber,

Nicola: was sie zu dem gebracht hat, was sie heute machen und was sie gerne noch einmal

Nicola: lernen würden, wenn sie unbegrenzt Zeit und freie Wahl hätten.

Nicola: Hamburg, das ist heute die Leiterin des Literaturhaus Hamburg,

Nicola: Dr. Antje Flemming. Mein Name ist Nicola Wessinghage. Herzlich willkommen, liebe Antje.

Antje Flemming: Ja, vielen Dank für die Einladung.

Nicola: Ja, wir treffen uns hier in deinem Büro im schönen Hamburger Literaturhaus.

Nicola: Diesen Schreibtisch hast du im vergangenen Jahr von deinem Vorgänger Rainer Moritz übernommen.

Nicola: Erzähl doch mal, wie du hierher gekommen bist.

Antje Flemming: Ja, ich bin ja zurückgekehrt sozusagen.

Antje Flemming: Ich habe schon in den 2000er Jahren hier im Literaturhaus gearbeitet und habe

Antje Flemming: die Kommunikation, die Öffentlichkeitsarbeit gemacht,

Antje Flemming: war dann viele Jahre in der Kulturbehörde für Literatur zuständig und habe mich

Antje Flemming: dann hier beworben, als die Stelle ausgeschrieben war, zusammen mit vielen anderen Menschen.

Antje Flemming: Und hatte das Glück, ja, wieder oder ausgewählt zu werden und bin hier zurückgekommen

Antje Flemming: und das freut mich auch sehr.

Nicola: Ja, also von außen gesehen eine tolle Stelle und wenn du das jetzt nach zehn

Nicola: Monaten so überzeugt noch sagst, scheint das ja auch so zu sein.

Nicola: Manchmal ist das ja so, dass tolle Sachen, so dass man denkt,

Nicola: du kanntest das Literaturhaus ja natürlich sehr gut.

Antje Flemming: Genau, ich wusste ziemlich genau, was auf mich zukommt, vielleicht nicht in

Antje Flemming: allen Details, auch was dieses Gebäude hier betrifft. Da gibt es eigentlich

Antje Flemming: jede Woche Überraschungen.

Nicola: Ja, es stehen hier auch immer Gitter vor dem, also Baugitter vor dem Haus.

Antje Flemming: Achso, ja, jetzt das ist der Straßenbau. Die Straße war eigentlich gerade fertig

Antje Flemming: und jetzt ist schon wieder aufgegraben hier an einigen Enden.

Antje Flemming: Aber ich bin halt einfach so eine Veranstaltungsmacherin. Ich liebe Veranstaltungen

Antje Flemming: und ich finde es super, das alles vorzubereiten und dann irgendwie diesen Abend zu erleben.

Antje Flemming: Und die Menschen, die sich meistens freuen, ich sage mal 80 Prozent freuen und manchmal

Antje Flemming: Auch nicht. Aber bislang, wir hatten schon in den zehn Monaten jetzt viele tolle Veranstaltungen.

Antje Flemming: Wir sind ja noch sehr am Ausprobieren auch, was geht und was vielleicht auch nicht so gut geht.

Nicola: Okay, das heißt, Ausprobieren heißt, du bist schon auch angetreten,

Nicola: mal so eine neue Farbe reinzubringen ins Literaturhaus.

Antje Flemming: Auf jeden Fall. Das ist auch absolut notwendig. Das geht aber ja allen Kulturinstitutionen

Antje Flemming: so, dass wir gucken müssen, wo unser Publikum von morgen her kommt.

Antje Flemming: Weil das Literaturhaus ist ja ein Verein, der 89 oder der Verein wurde schon 85 gegründet.

Antje Flemming: Und wir haben 700 Mitglieder und natürlich sind die Mitglieder mit dem Literaturhaus älter geworden.

Antje Flemming: Und wir müssen jetzt gucken, wie stellen wir das sozusagen auf,

Antje Flemming: sodass hier auch in 10, 15 Jahren noch Besucher kommen und Mitglieder,

Antje Flemming: die eben das Haus ja auch tragen.

Nicola: Kann man ja gleich mal Werbung machen. Man kann in dem Verein Mitglied werden.

Antje Flemming: Und man kann auf jeden Fall in diesen wunderschönen Verein eintreten.

Nicola: Und dann hat man auch besondere Vorteile, weil man kriegt Angebote vorher.

Antje Flemming: Ja, man kriegt einige Angebote und das Wichtige ist vor allem,

Antje Flemming: wir sind ja nicht so groß, man kann vor allen anderen die Karten kaufen und

Antje Flemming: das ist bei tollen Veranstaltungen, wir hatten jetzt gerade Gabriel Zuchtriegel,

Antje Flemming: den Direktor von Pompeji,

Antje Flemming: das war ausverkauft und da ist es schon gut, wenn man da fünf Tage früher an

Antje Flemming: die Tickets kommt, an die begehrt.

Nicola: Okay, ich gehe nochmal in deiner Biografie ein bisschen weiter zurück.

Nicola: Du bist in Karl-Marx-Stadt heute Chemnitz aufgewachsen und zur Wende müsstest

Nicola: du ungefähr 15 gewesen sein.

Nicola: Da gibt es ja inzwischen dann erfreulicherweise auch viele Erfahrungsberichte

Nicola: von dann heute erwachsenen Menschen,

Nicola: die über diesen Umbruch berichten und ich habe von einigen auch gehört,

Nicola: dass es für sie schon auch eine krisenhafte Erfahrung war zu erfahren von vielen

Nicola: Seiten, dass das, was sie so gelernt hatten in der Schule,

Nicola: was sie gelesen hatten von vielen Seiten dann plötzlich als,

Nicola: ja, dass das alles geändert wurde und vielleicht nicht als wertig,

Nicola: aber dass es da einfach einen Umbruch gab. Wie hast du das denn erlebt?

Antje Flemming: Ja, also es gab ja immer zwei Realitäten, also zumindest in meiner Familie.

Antje Flemming: Also das, was man in der Schule gelernt hat und das, was man zu Hause gehört hat.

Antje Flemming: Und je älter ich wurde, habe ich auch verstanden, womit das zusammenhängt und

Antje Flemming: wie man das auseinanderhalten kann. Aber es gibt tatsächlich gewisse Dinge.

Antje Flemming: Wo ich das Gefühl habe, immer noch hinterher zu hinken oder das nicht so gelernt zu haben.

Antje Flemming: Also beispielsweise wurde im Geschichtsunterricht halt die Weimarer Republik

Antje Flemming: relativ kurz abgehandelt, der

Antje Flemming: Nationalsozialismus immer mit Fokus auf die Kommunisten wurden verfolgt.

Antje Flemming: Und ich habe zum Beispiel diese ganze Holocaust-Geschichte dann erst im Studium

Antje Flemming: so richtig erfahren und erfasst, weil die Verfolgung der Juden wurde nicht so intensiv besprochen.

Antje Flemming: Es war immer der Fokus, ja, die Kommunisten wurden verfolgt.

Antje Flemming: Und da leide ich noch immer drunter, aber ich musste halt das aufarbeiten.

Antje Flemming: Oder zum Beispiel RAF war kein Thema.

Antje Flemming: Und das ist natürlich was, worauf sich die Bundesrepublik in ihrem Narrativ

Antje Flemming: ganz stark auch stützt und davon abgrenzt.

Antje Flemming: Und ich habe es jetzt gerade, ich habe schon Tuchtriegel gesagt,

Antje Flemming: ganz kleine Sache, er sagt halt immer,

Antje Flemming: das war vor Christus, das war nach Christus und in der DDR hieß das vor unserer

Antje Flemming: Zeitrechnung und nach unserer Zeitrechnung und das sage ich immer noch,

Antje Flemming: weil natürlich wurde Christus nicht gesagt.

Antje Flemming: Also nur so ein Mini-Ding, wo man manchmal merkt, das ist dann doch anders.

Nicola: Ja, ich lebe ja auch mit einem Menschen, der in der DDR aufgewachsen ist zusammen und ich

Nicola: Ganz oft, ich bin so richtig westlich geprägt und aufgewachsen in den 70er Jahren

Nicola: und ganz oft frage ich dann auch so, habt ihr das auch gehabt oder war euch das auch zugänglich?

Nicola: Weil ich meine, da war es ähnlich, dass da auch mehr konsumiert wurde,

Nicola: als so offiziell erlaubt wurde an Literatur und ähnlichen und auch Fernsehen.

Nicola: Aber manchmal gibt es so Sachen, die meine Kindheit doch stark geprägt haben,

Nicola: die da gar nicht so… Auch so Populärkultur ist das bei mir ganz stark.

Antje Flemming: Zum Beispiel kann ich mit Loriot relativ wenig anfangen oder auch Sesamstraße

Antje Flemming: oder Muppets oder sowas.

Antje Flemming: Also mittlerweile habe ich das natürlich, aber mittlerweile habe ich das nachgearbeitet,

Antje Flemming: aber das ist jetzt nicht so in meinem, einfach in meinem alltäglichen Leben drin.

Nicola: Ja und andererseits sind Dinge aber enthalten, die ich jetzt als westlich geprägter

Nicola: Mensch dann zum Teil auch, also bei mir war es mich genau umgekehrt.

Nicola: Ich habe erst im Studium von der intensiven Verfolgung der Kommunisten erfahren

Nicola: und sehr, sehr intensiv Holocaust in erfreulicher Weise.

Nicola: Das war, also als ich in der Schule war, war das gerade so sehr en vogue oder

Nicola: auch wichtig, wurde als wichtig erkannt.

Nicola: Und das war dann ja auch, als die Serie kam, Holocaust.

Antje Flemming: Ja, dafür weiß ich, dass das Panzerkreuzer Patjomkin heißt und nicht Potemkin insofern.

Nicola: Genau, zusammen sind wir stark, würde ich sagen. Ja, du hast ja dann in Hamburg,

Nicola: du bist nach Hamburg gekommen und hast dort Germanistik, Amerikanistik und Medienkultur

Nicola: studiert und am SNS College in Northampton,

Nicola: wo das genau ist, sage ich jetzt nicht, Messe. Danke.

Antje Flemming: Ja, eine Partner-Uni von Hamburg. Das ist ein ganz intensiver Austausch,

Antje Flemming: der auch seit vielen, vielen Jahren schon besteht und auch immer noch.

Antje Flemming: Also die Smithies, wie man die Studierenden

Antje Flemming: dort nennt, das ist ja ein Frauen-College, die Studentinnen also.

Antje Flemming: Kommen hier zum Junior Year Abroad und dann nimmt das Smith College immer zwei,

Antje Flemming: glaube ich, oder bietet zwei Plätze für so ein Diploma in American Studies an.

Nicola: Und dann hast du als Lehrbeauftragte auch an der Uni Hamburg,

Nicola: was hast du den Studierenden dabei gebracht?

Antje Flemming: Ja, das hatte dann tatsächlich schon sehr viel mit dem Literaturhaus zu tun.

Antje Flemming: Ich habe erst gemacht Berufsfelderkundung Buchwesen, wo wir so verschiedene

Antje Flemming: Berufe eben aus dem Literaturbetrieb vorgestellt haben und auch ganz viele Gäste

Antje Flemming: hatten, weil sich viele,

Antje Flemming: nicht nur Studierende, immer kein Bild davon machen, wie funktioniert eigentlich

Antje Flemming: so ein Verlag, welche Station muss so ein Buch nehmen, wer ist daran beteiligt.

Antje Flemming: Die meisten kennen Lektorinnen und Lektoren, aber eben nicht,

Antje Flemming: was noch alles dran hängt.

Antje Flemming: Und dann später haben wir Veranstaltungen gemacht.

Antje Flemming: Das waren dann so Praxisseminare, wo die Studierenden sich überlegen konnten,

Antje Flemming: zu welcher Veranstaltung würde ich denn gerne gehen und jetzt machen wir das mal gemeinsam.

Antje Flemming: Das war ganz toll, weil das hat natürlich auch das Literaturhaushalt davon.

Antje Flemming: Das war zu der Zeit, wo ich meine erste Phase hier.

Antje Flemming: Weil wir natürlich schon damals nach jungen Leuten geguckt haben und uns immer

Antje Flemming: gewundert haben, warum kommen die Studis nicht und dann sollen sie doch mal

Antje Flemming: das machen, wo sie wirklich hinkommen würden.

Antje Flemming: Und dann haben wir also verrückteste Sachen gemacht. Also von Literaturquiz,

Antje Flemming: was es auch jetzt immer noch gibt.

Antje Flemming: Dann haben wir mal einen Abend gemacht, Drogen und Literatur. Das war wirklich toll.

Nicola: Darf ich fragen, es gab Drogen?

Antje Flemming: Es gab keine Drogen, es gab nur Aber Alkohol?

Antje Flemming: Nein, Alkohol gibt es ja hier an der Bar sowieso. Es gab nur Erfahrungen mit

Antje Flemming: Drogen und es gab natürlich so Texte, also Burrows und so weiter.

Antje Flemming: Das war sehr gut, es war immer sehr umfassend und dann weiß ich noch,

Antje Flemming: hatten wir eine Veranstaltung, die ging glaube ich drei Stunden,

Antje Flemming: da hatte gerade Bob Dylan den Literatur-Nobelpreis bekommen und da ging es halt

Antje Flemming: Darum sind Lyrics Lyrik. Da hatten wir Frank Spilker hier. Da hatten wir sogar

Antje Flemming: eine Band, eine Showband.

Antje Flemming: Das war dann aus dem Kreis der Studis selber zusammengestellt. Einer war halt Musiker.

Antje Flemming: Da war Isabel Bock dann da und Ingo Herzke. Also Isabel hat da noch vor allem übersetzt zu der Zeit.

Antje Flemming: Und die mussten dann von Amy Winehouse so Texte versetzen. Und dann auch der Google.

Antje Flemming: Also die Studis hatten wahnsinnig viele Ideen. Und es musste alles untergebracht

Antje Flemming: werden. Und es ging sehr lang. Aber es war toll.

Nicola: Genau, du hast für diese Aufgabe jetzt, die du jetzt hier hast im Literatur,

Nicola: hast du ja schon einiges mitgebracht.

Nicola: Also du bist super gut vernetzt, auch durch deine Arbeit in der Kulturbehörde

Nicola: mit Hamburger Autorinnen und Autoren und ich glaube, die lieben dich auch.

Nicola: Ich habe gereden im Netz von deiner Aufgabe. Aber natürlich,

Nicola: du hast ja in deiner Funktion in der Behörde die Literatur auch gefördert und

Nicola: dich wirklich stark gemacht für die Autorinnen und Autoren.

Nicola: Und jetzt bist du aber eben, du sagst auch gerade noch, in einer ganz anderen Rolle.

Nicola: Was musstest du denn lernen, als du jetzt hier neu angetreten bist und vielleicht

Nicola: was auch verlernen aus deinen bisherigen Tätigkeiten?

Antje Flemming: Ich muss Nein sagen lernen. Das musste ich vorher schon.

Antje Flemming: In der Behörde konnte ich ja auch nicht immer Ja sagen. Aber es gab da immer

Antje Flemming: Möglichkeiten, Kompromisse zu finden oder Leute zu vernetzen oder so.

Antje Flemming: Weil da ging es natürlich vor allem um Geld. Und hier muss ich halt,

Antje Flemming: also das ist eigentlich das Schwerste, dass ich vorher das Geld verteilen durfte, sinnvoll.

Antje Flemming: Und jetzt bin ich halt selber auf der anderen Seite und muss darum bitten.

Antje Flemming: Und das fällt mir nicht so leicht, weil so Geld geben ist einfacher als um Geld bitten.

Antje Flemming: Aber ja, das gehört halt dazu. Und ich muss eben wahnsinnig viel Nein sagen.

Antje Flemming: Also wir kriegen jeden Tag, also keine Ahnung, 10, 20 Angebote für Programme

Antje Flemming: mit Hoffnung verbunden, dass die Leute hier auftreten können.

Antje Flemming: Aber das geht natürlich nicht.

Antje Flemming: Wir haben ja zwei Abendveranstaltungen in der Regel und noch ein großes Kinder- und Jugendprogramm.

Antje Flemming: Aber ich kann gar nicht alles, alle Bedürfnissen gerecht werden sozusagen.

Antje Flemming: Also das war auch so eine Lernerfahrung auf meiner ersten Buchmesse, auf der ich als,

Antje Flemming: künftige Literaturhausleiterin war, dass ich viele Termine bei den Verlagen

Antje Flemming: hatte und ich fand, finde immer erstmal alles interessant und immer,

Antje Flemming: ja, ja, schicken sie mal und so, ich meinte und dachte dann,

Antje Flemming: oh Gott, ich muss jetzt 300 Veranstaltungen machen oder so.

Antje Flemming: Und dann sagen, nee, wir machen es halt doch nicht. Das ist...

Antje Flemming: Aber man kann ja auch respektvoll Nein sagen.

Nicola: Ja, genau. Und vielleicht auch Alternativen aufzeigen oder Ähnliches.

Nicola: Ja, hast du denn dann überhaupt noch Zeit, Bücher zu lesen?

Antje Flemming: Naja, ich lese Literatur aus Programmen. Also das ist ja logisch.

Antje Flemming: Also sozusagen, das ist ja das Tolle an dem Job, dass ich jetzt entscheiden

Antje Flemming: kann, wer hierher kommt und was wir hier machen. Und natürlich geht es auch

Antje Flemming: sehr stark von meinem eigenen Interesse.

Antje Flemming: Also ich möchte es schon wieder. Gabriel Zuchtriegel.

Nicola: Da haben wir was verpasst, glaube ich.

Antje Flemming: Ja, wir haben was verpasst. Riesenfan und der schreibt halt einfach wahnsinnig

Antje Flemming: zugängliche, lebendige Sachbücher.

Nicola: Sachbücher?

Antje Flemming: Ja, ja, genau. Sachbücher über Pompeji und was sie dort ausgraben und was sie

Antje Flemming: entdecken und was das auch mit unserer Gesellschaft heute zu tun hat.

Antje Flemming: Das ist wirklich wunderbar.

Antje Flemming: Und ja, und als ich die Chance ergab, den zu holen, dann konnte ich das halt machen.

Antje Flemming: Natürlich lese ich dann das Buch. Also ich muss jetzt sagen,

Antje Flemming: ich lese natürlich dann viel, was mir empfohlen wird und so.

Antje Flemming: Und die Verlage sagen immer, gucken Sie doch mal rein.

Antje Flemming: Das ist echt recht schwierig einfach in der ganzen Fülle.

Antje Flemming: Dann habe ich ja auch noch einen Podcast, auch für den, da zwingt mich mein,

Antje Flemming: Co-Host, auch manchmal Bücher zu lesen, die nicht im Literaturhaus eine Rolle

Antje Flemming: spielen, aber das ist natürlich gut.

Antje Flemming: Also ich brauche ja ein gewisses, also ich brauche einfach ein Wissen über die

Antje Flemming: Gegenwartsliteratur, was entsteht gerade, wer schreibt, die Trends, das muss ich ja wissen.

Antje Flemming: Also was jetzt irgendwie ein bisschen hinten runterfällt, ist halt Klassiker,

Antje Flemming: wo ich mich schon auch immer bemüht habe, da auch und,

Antje Flemming: ja, mitzukommen und auch vielleicht noch neue Sachen zu entdecken.

Antje Flemming: Also ich lese schon sehr auch sehr schnell.

Nicola: Du liest aber, das ist ja berufsmäßig.

Antje Flemming: Ja, ja. Also privat, man kann das nicht unterscheiden. Das gibt es nicht.

Antje Flemming: Also wann lese ich denn privat und wann lese ich beruflich?

Nicola: Privat wäre ja vielleicht ein Buch, wo du sagst, ich weiß ganz genau,

Nicola: das wird hier nicht im Literaturhaus gebraucht.

Nicola: Also in dem Sinne, der Autor, der Autorin wird mich auch sehr gut.

Antje Flemming: Das ist dann halt Interesse, also Also weiß ich was, Miranda July oder irgendwie

Antje Flemming: sowas, wo ich denke, die kriegen wir vermutlich nicht.

Antje Flemming: Aber ich muss natürlich wissen oder will gerne wissen, wie dieses Buch ist.

Antje Flemming: Ja, das dann schon, aber dann eher halt im Sommer und so in den Ferien.

Nicola: Genau, das gibt es da also auch, da liest du dann auch.

Antje Flemming: Naja, klar.

Nicola: Du hast eben vom Podcast, nur der Vollständigkeit halber, Lass mich doch mal

Nicola: auslesen ist der Titel. und da unterhältst du dich mit Thomas André vom Hamburger

Nicola: Abendblatt über Literatur.

Antje Flemming: Ja, über ein Buch.

Nicola: Immer in jeder Folge. Genau. Genau, du,

Nicola: Du hast ja sicherlich auch schon von der Klage gehört, dass wir eigentlich alle

Nicola: gar nicht mehr viel lesen und es gibt ja auch Zahlen.

Nicola: Ich habe mir die aber nochmal angeguckt, weil ich höre, dass immer die Menschen

Nicola: lesen nicht mehr und so schlimm ist es eigentlich gar nicht.

Nicola: Also bei den Erwachsenen ist es leicht rückläufig, aber was ich erstaunlich

Nicola: fand bei Kindern und Jugendlichen, ist es stabil besteigend,

Nicola: wenn man sich zumindest die Gesamtzahlen anguckt.

Nicola: Was aber dann doch vielleicht wieder beunruhigend sein kann,

Nicola: ist, dass es eine doch deutliche Kluft gibt zwischen Jugendlichen,

Nicola: die eben sehr viel lesen, vielleicht auch Genre-Literatur, was ja super ist

Nicola: und welchen, die aber überhaupt nicht mehr lesen.

Nicola: Und ja, ist das sozusagen auch etwas, was dich oder euch hier beunruhigt oder

Nicola: worauf ihr reagieren möchtet?

Antje Flemming: Natürlich, also da arbeiten wir ja die ganze Zeit dagegen an.

Antje Flemming: Also das Viehlesen bei den Jugendlichen ist ja auch vor allem dieser Trend zu

Antje Flemming: Young Adult, zu diesen Romanen.

Antje Flemming: Also ich meine, mittlerweile gibt es in Frankfurt auf der Buchmesse eine ganze

Antje Flemming: eigene Halle, wo die, also es sind ja meistens junge Frauen,

Antje Flemming: ihre Stars treffen können und die Bücher sind wunderbar ausgestattet mit Farbschnitt

Antje Flemming: und Glitzer und was da alles dazu gehört. Aber wir sagen uns halt hier,

Antje Flemming: Hauptsache lesen. Also es ist halt einfach diese Fähigkeit zum Lesen ist ja einfach im Leben.

Antje Flemming: Also du musst deinen Wahlzettel verstehen können, du musst Rezepte lesen können und so weiter.

Antje Flemming: Du brauchst diese Fähigkeit ja auch im Alltag einfach. Und wer es nicht versteht

Antje Flemming: oder wer da Probleme beim Zugang hat, wird halt irgendwann abgehängt.

Antje Flemming: Und insofern, also bei uns geht das ja schon bei den Allerkleinsten los und

Antje Flemming: das ist auch jetzt nicht meine Erfindung, sondern wir haben ein junges Literaturhaus,

Antje Flemming: das leitet meine Kollegin Katrin Weiland.

Antje Flemming: Also junges Literaturhaus ist halt hier, es ist sozusagen die Jugendsparte des

Antje Flemming: Literaturhauses und da geht es mit Spaß mit Büchern für die vier,

Antje Flemming: fünf, sechsjährigen los und dann durch alle Altersgruppen, wo halt versucht wird,

Antje Flemming: ja diese Lust am Lesen an Geschichten zu vermitteln und das funktioniert auch

Antje Flemming: sehr gut, natürlich auch in Zusammenarbeit mit den Schulen und mit der Schulbehörde.

Antje Flemming: Und es gibt aber eben auch Projekte, wo junge Leute eben auch aus nicht so privilegiertem

Antje Flemming: Background versucht werden, so die Lust am Schreiben zu vermitteln.

Antje Flemming: Das ist zum Beispiel das Projekt Schulhausroman, wo die Hamburger AutorInnen

Antje Flemming: in die Schulen gehen und im Deutschunterricht zusammen mit den Schülern eine

Antje Flemming: Geschichte und einen Plot entwickeln.

Antje Flemming: Und da entsteht dann ein kleines Buch, was auch gedruckt wird.

Antje Flemming: Also ich sag mal, Schulhaus-Roman ist jetzt kein 300-Seiten-Roman,

Antje Flemming: sondern eher im Umfang Broschüre.

Antje Flemming: Aber es gibt hier eine Buchpremiere, wo die SchülerInnen vorlesen aus diesem Buch und das ist für die,

Antje Flemming: Und meistens der erste Kontakt sowieso mit diesem Haus, aber eben auch mit dieser Bühnensituation.

Antje Flemming: Wir müssen performen und wir haben was gemeinsam geschafft. Und das ist so toll.

Antje Flemming: Das war jetzt gerade wieder vor einigen Wochen.

Antje Flemming: Und das schweißt die zusammen und wir hoffen natürlich, dass es auch die Angst

Antje Flemming: nimmt vor der Sprache und auch so vor den eigenen Gedanken entwickeln.

Antje Flemming: Und da gibt es noch andere, viele tolle Projekte.

Antje Flemming: Also wir müssen ja gucken, es ist ja unsere ureigenste Aufgabe,

Antje Flemming: Literatur zu vermitteln und Lesekompetenz zu fördern.

Antje Flemming: Und da sind wir nicht die Einzigen, die in Hamburg das machen.

Antje Flemming: Seiteneinsteiger e.V. ist da auch ganz intensiv dran.

Antje Flemming: Da geht es ja schon im Babyalter los, dass sie eben Bücher bekommen bei den

Antje Flemming: Untersuchungen beim Kinderarzt und so weiter. Also wir arbeiten dagegen an,

Antje Flemming: Und ich finde, uns fehlt ja eigentlich eher so ein bisschen diese 30er,

Antje Flemming: 40er Generation hier, die dann irgendwie auch andere Themen haben,

Antje Flemming: die Familien gründen und so weiter und dann eben auch nicht ins Literaturhaus kommen.

Antje Flemming: Also das sehen wir hier schon auch ganz deutlich, wer dann wieder Zeit hat.

Nicola: Ja, das ist bestimmt ein Zeitproblem. Aber ich finde es schon ganz interessant,

Nicola: dass ich in meinem Umfeld auch von Menschen, die eigentlich so total gerne lesen

Nicola: und viel lesen und das auch gemacht haben, auch höre, dass sie sagen,

Nicola: ich kann irgendwie nicht mehr lesen.

Nicola: Also das hat ja schon auch, glaube ich, etwas mit den vielen Informationen,

Nicola: die wir den ganzen Tag aufnehmen und der vielleicht auch nicht mehr mangelnden,

Nicola: also der Fähigkeit, sich dann auch in so ein Buch mal zu vertiefen,

Nicola: sich einzulassen, darauf zu konzentrieren.

Nicola: Das ist ja eben auch der Unterschied zwischen dem Lesen, also was du eben sagtest,

Nicola: nicht Lesen, Rezeptzettel oder auch ich lese auf Social Media mal kurz ein paar

Nicola: Headlines, sondern wirklich dieses,

Nicola: sich in so ein Buch rein zu vertiefen, dass das auch Menschen schwerfällt,

Nicola: die eigentlich mit Büchern aufgewachsen sind, viele, viele gerne lesen.

Antje Flemming: Aber es kann ja so...

Antje Flemming: Es ist so toll, wenn man das schafft und wirklich schafft einzutauchen,

Antje Flemming: weil es braucht so wenig dazu.

Antje Flemming: Man braucht nur ein Buch und Ruhe und man muss nichts großartig bezahlen oder

Antje Flemming: irgendwie in ein Resort fahren, wo man sich abkapseln kann. Man muss sich das

Antje Flemming: einfach nur mal vornehmen.

Antje Flemming: Und es gibt so viele tolle Bücher, die sich so lohnen zu lesen.

Nicola: In den Büchern habe ich neulich gesehen, dass es auch schon wieder Angebote gibt.

Nicola: Und in Cafés gibt es auch so Buchclubs oder Buchmeetings, wo sich dann die Leute

Nicola: zusammensetzen und lesen.

Antje Flemming: Ja, dieses Silent Reading.

Nicola: Silent Reading, genau.

Antje Flemming: Genau, also das machen wir jetzt nicht. Das ist so ein Trend.

Antje Flemming: Ich muss sagen, den verstehe ich nicht so ganz.

Antje Flemming: Aber meine Kollegen finden es auch toll. Also dass man mit seinem Buch,

Antje Flemming: was man gerade liest, irgendwo hingeht und dann gemeinsam liest.

Antje Flemming: Also ich persönlich möchte immer lieber auf dem Sofa rumliegen, als da irgendwie...

Antje Flemming: Also dann würde ich auch immer denken, was lesen jetzt die anderen?

Antje Flemming: Lesen die was Besseres als ich?

Antje Flemming: Aber es ist ein wahnsinniger Trend, der gerade irgendwie sehr intensiv wahrgenommen wird.

Antje Flemming: Und da gibt es ja auch in Hamburg zum Beispiel das Kapitel 3, dieses Büchercafé.

Antje Flemming: Die machen ja auch so ganz tolle Formate und das ist total beliebt.

Antje Flemming: Das haben wir jetzt hier noch nicht, aber alles kann kommen.

Nicola: Ich glaube, dass es für viele eine Form der Disziplinierung ist.

Antje Flemming: Also könnte ich mir vorstellen.

Nicola: Also ich glaube, ich wäre auch so wie du, dass ich denke, auch mein Sofa ist

Nicola: auch sehr schön und ich bin froh, mal Ruhe zu haben.

Nicola: Aber die Möglichkeiten der Ablenkung zu Hause sind auch da. Von daher ist das

Nicola: vielleicht eine Möglichkeit.

Nicola: Ja, du hast ja wie alle unsere Gäste und Gästinnen auch ein,

Nicola: zwei Lernangebote ausgesucht.

Nicola: Und das ist ganz interessant, weil es da schon gleich Querverbindungen gibt

Nicola: zu dem, worüber wir gesprochen haben. nämlich Veranstaltungen zu machen.

Nicola: Und das ist ein relativ frisches Lernangebot. Ich stelle das einfach mal kurz

Nicola: vor für alle, die zuhören und es ja auch noch nicht kennen.

Nicola: Es heißt com.unity und geht der Frage nach, wie Kommunikation dazu beitragen

Nicola: kann, Aufmerksamkeit vor allen Dingen eben in diesem Fall für Diversitätsthemen

Nicola: zu schaffen und Menschen dann auch zur Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen zu motivieren.

Nicola: Also die Macherinnen dieses Angebots, die haben untersucht, wie man Menschen

Nicola: dazu bewegen kann, zur Veranstaltung zum Thema Diversität in der Universität zu kommen.

Nicola: Und dafür werden aber zunächst, was ich auch sehr interessant fand,

Nicola: weil man das nämlich auch, wenn man selber das anderen erklären möchte,

Nicola: gut nutzen kann, werden so zentrale Begriffe wie Diversity, also Vielfalt,

Nicola: Equity im Sinne von Chancengerechtigkeit und Inclusion als Teilhabe definiert.

Nicola: Also was heißt das eigentlich?

Nicola: Und ganz konkrete Beispiele auch dafür zu nennen, wir benutzen das ja immer

Nicola: alle so, aber dass dann Diversität nicht nur sich auf bestimmte Faktoren betrifft.

Nicola: Beschränkt wird da eben nochmal hervorgehoben. Und dann geht es auch um Faktoren,

Nicola: die uns erschweren, solche Diversität eben wahrzunehmen.

Nicola: Also Denkmuster, Stereotypen, Vorurteile etc.

Nicola: Und dann gibt es zwei Experimente, wo untersucht wird ganz konkret an einer

Nicola: Veranstaltung, die sie in der TU Hamburg gemacht haben, zum Thema Diversity.

Nicola: Und da haben sie geguckt, wie sehen eigentlich die E-Mails aus?

Nicola: Warum meldet sich denn da keiner an? Das war nämlich der Befund,

Nicola: also von der Sprache her.

Nicola: Müssen wir die vielleicht anders formulieren? Und haben dann richtig verschiedene

Nicola: E-Mails an verschiedene Zielgruppen geguckt, wie ist der Rücklauf, verändert sich was?

Nicola: Ergebnis war, die Sprache kann es nicht sein. Da hat sich zumindest nicht viel

Nicola: im Anmeldungsverhalten getan.

Nicola: Und dann haben sie nochmal intensiv auf verschiedenen Kanälen beworben.

Nicola: Also haben Plakate in der Universität aufgehängt, Screens und gleichzeitig die Mails geschickt.

Nicola: Und das hat dann immerhin etwas gemacht. Aber es war eben auch klar,

Nicola: das hat auch was damit zu tun, wie ist eigentlich die Einstellung zu solchen Themen.

Nicola: Also so ein bisschen, wenn halt keiner lesen will, dann kommt auch keiner so

Nicola: ungefähr. Also wenn das so wäre.

Nicola: Es hat auch was natürlich mit dem Thema zu tun, fühlen sich die Menschen,

Nicola: wie ist die Relevanz zu dem?

Nicola: Fühle ich mich dadurch angesprochen? Und das ist natürlich dann wieder eine größere.

Antje Flemming: Also fühle ich mich hier willkommen. Das ist das Thema, was wir hier immer haben.

Antje Flemming: Wer fühlt sich hier eigentlich willkommen?

Nicola: Ja, das ist unter dem Thema Inclusion sehr gut dargestellt, finde ich.

Nicola: Also dass es eben nicht um Integration geht, so ungefähr jetzt ist hier das

Nicola: Literaturhaus, dann kannst du doch mal reinkommen, sondern auch zu gucken,

Nicola: was bringen die Leute für Voraussetzungen mit und wie müsste es aussehen,

Nicola: damit auch Menschen, die vielleicht andere Voraussetzungen haben,

Nicola: daran teilnehmen können.

Nicola: Und ich habe gesehen, ein Beispiel dafür wäre ja, dass ihr jetzt auch immer

Nicola: wieder Online-Angebote anbietet, also eure Veranstaltungen auch als Online.

Antje Flemming: Ja, wir streamen die fast immer. Also wir brauchen natürlich die Zustimmung

Antje Flemming: der Autoren und Autorinnen.

Antje Flemming: Das ist noch so ein Überbleibsel von Corona. Also hier wurde ja,

Antje Flemming: das war natürlich vor meiner Zeit, die ganze Zeit Programm gemacht, aber eben online.

Antje Flemming: Und da gab es halt während der Corona-Zeit auch die Möglichkeit,

Antje Flemming: eben dieses Equipment sich zu besorgen und man ist dabei geblieben und das ist ganz toll.

Antje Flemming: Also sowohl fürs Literaturhaus, weil da eben auch noch ein paar Tickets,

Antje Flemming: es ist nicht kostenfrei, ein paar Tickets verkauft werden, aber eben auch für Leute,

Antje Flemming: die nicht kommen können, entweder aus, weil sie auch jetzt bewegungsmäßig eingeschränkt

Antje Flemming: sind oder weil sie zu weit weg sind oder überhaupt.

Antje Flemming: Oder weil sie keine Lust haben, in so einem vollgestopften Saal zu sitzen,

Antje Flemming: das hören wir auch immer wieder.

Antje Flemming: Und ja, das läuft ganz gut. Also das meiste an Online-Zuschauern habe ich,

Antje Flemming: wir haben so einen Longlist-Abend, wo vom Deutschen Buchpreis die Longlist-KandidatInnen

Antje Flemming: hier auftreten und wir haben ja nur 130 Plätze und da waren glaube ich noch über 300 im Stream.

Nicola: Ja, das war toll.

Antje Flemming: Sonst sind es so zwischen, sage ich mal, 10 und 40 oder 50.

Nicola: Aber es ist ja auch ein Zeichen, dass man andere Menschen auch mitdenkt,

Nicola: die dann tatsächlich wirklich nicht die Möglichkeit haben.

Nicola: Also du hast eben gesagt, Familie, da ist ja so eine Abendveranstaltung manchmal

Nicola: eine Herausforderung und manchmal ist es einfacher dann von zu Hause aus.

Antje Flemming: Und man kann es auch noch später angucken. Also man könnte auch um zehn anfangen

Antje Flemming: damit, das dann noch nachzugucken. Also man kann es drei Tage lang schauen.

Nicola: Hast du denn, also du hast ja selber gesagt, als du angetreten bist,

Nicola: habe ich gelesen oder gehört irgendwo, dass du schon auch breitere Publikumsschichten

Nicola: und ist ja auch jetzt schon rausgekommen in dem Gespräch gerne adressieren möchtest.

Nicola: Aber siehst du auch eine Grenze?

Antje Flemming: Eigentlich sehe ich keine Grenze jetzt in dem Sinne, weil wer sollte nicht kommen?

Antje Flemming: Also von mir aus können wirklich alle kommen. Aber das Ding ist,

Antje Flemming: viele wissen überhaupt nicht, dass es uns gibt.

Antje Flemming: Also immer noch. Also wir hatten jetzt nur ein Beispiel.

Antje Flemming: Wir versuchen auch manchmal so Plus-Tickets anzubieten, die kostenfrei sind.

Antje Flemming: Einfach um auch Leute zu erreichen, die sich vielleicht die Eintrittspreise nicht leisten können.

Antje Flemming: Das hatten wir jetzt gerade wieder bei unserem Festival Nordische Literaturtage im Herbst.

Antje Flemming: Und das hat einfach kaum jemand nachgefragt. Und das heißt ja,

Antje Flemming: wir sprechen nicht die Leute an, für die das relevant sein könnte.

Antje Flemming: Also wir wissen gar nicht, wo die Leute sind oder wir erreichen sie nicht und die kennen uns nicht.

Antje Flemming: Und ja, das ist halt schon ein Thema, an dem wir arbeiten müssen.

Antje Flemming: Und naja, dieses Haus, also ich meine, du bist ja heute auch hier reingekommen.

Antje Flemming: Es ist halt einfach ein Haus, was irgendwie auch Schwellenangst produziert.

Antje Flemming: Wir hören das öfter mal. Bin ich denn da überhaupt willkommen?

Antje Flemming: Gehöre ich denn hierher? Ist es denn nicht nur so das Bildungsbürgertum von

Antje Flemming: der Alster, was hier willkommen ist?

Antje Flemming: Und da bin ich wirklich ganz stark dagegen.

Antje Flemming: Das ist nicht so. Also wir machen Veranstaltungen für alle, aber natürlich erreichen

Antje Flemming: wir nicht immer alle. Und interessanterweise, meistens finden die Leute dann doch ihren Weg.

Antje Flemming: Also wir haben auch manchmal Veranstaltungen, wo es irgendwie gar nicht hinhaut,

Antje Flemming: wo wir offenbar nicht richtig kommunizieren oder nicht so sehr in die Stadt reingehen.

Antje Flemming: Aber oft funktioniert es halt auch. Und manchmal ist es sogar viel zu viel.

Antje Flemming: Also wir haben jetzt eine Lesung mit Siri Höstwert demnächst.

Antje Flemming: Da sind wir aber auch auf Kampnagel. Also das Literatur ist eh zu klein. Aber da haben wir ja...

Antje Flemming: Zwei Monate nach Kartenvorverkauf 840 Tickets verkauft, weil das ist dann wie

Antje Flemming: so ein Schneeball-Effekt.

Antje Flemming: Und bei anderen, da sind wir froh, wenn wir 40, 50 hier reinkriegen.

Antje Flemming: Also das Literatur, das muss ich auch wirklich selbstkritisch sagen,

Antje Flemming: ist auch in der Stadt nicht so präsent, wie ich mir das wünschen würde.

Antje Flemming: Das hat natürlich Gründe, vor allem finanzielle Gründe.

Antje Flemming: Wir können es uns einfach nicht leisten, irgendwelche Plakatwände zu buchen.

Antje Flemming: Wir haben das Geld nicht dafür. Wir müssen gucken, wie wir über Social Media

Antje Flemming: und über andere Ansprache, oft auch über zum Beispiel die Länderinstitute.

Antje Flemming: Also wenn wir jetzt, als wir Autoren aus Mexiko hatten, haben wir natürlich

Antje Flemming: mit dem Institut Cervantes zusammengearbeitet und so weiter,

Antje Flemming: dass wir die Leute finden.

Nicola: Also über Kooperationen. Ja, natürlich. Ich habe auch gesehen,

Nicola: ihr macht zum Beispiel was mit der Körperstiftung. Dann kommen ja auch Leute

Nicola: von der Körperstiftung.

Antje Flemming: Genau, genau. Ja, ja.

Nicola: Ja, okay. Und du hast gerade die Kanäle angesprochen, weil das ja auch ein Thema

Nicola: jetzt in dem Lernangebot war, die auch geguckt haben, über welche Kanäle.

Nicola: Und da kam zum Beispiel raus, dass die Studierenden gesagt haben,

Nicola: ja, E-Mails lesen wir sowieso nicht. Also, da könnte er schreiben,

Nicola: was er wollte so ungefähr.

Nicola: Echt? Die lesen wir gar nicht mehr.

Antje Flemming: Was lesen die denn?

Nicola: Ja, das ist die Frage, genau. Habt ihr da irgendwie über eure,

Nicola: ihr seid wahrscheinlich, also ich hab's gesehen, auch bei Instagram,

Nicola: TikTok weiß ich jetzt, hab ich gar nicht geguckt. Bei TikTok?

Antje Flemming: Nee, TikTok sind wir nicht. Also es ist sehr, sehr aufwendig,

Antje Flemming: das richtig gut professionell zu betreiben.

Antje Flemming: Wir haben eine Kollegin, Lina Schimmelfennig, die studiert selbst noch,

Antje Flemming: die macht bei uns die Social Media,

Antje Flemming: Geschichten und ist da wirklich auch gut ausgelastet und wir machen in erster

Antje Flemming: Linie Instagram und ich glaube noch so ein ganz klein bisschen Facebook.

Antje Flemming: Aber Instagram ist schon ganz gut. Also vor allem, wenn dann irgendwie größere

Antje Flemming: Leute das teilen. Also wir hatten vielleicht ein Beispiel.

Antje Flemming: Anja Rützel, die Autorin und Spiegelkolumnistin, hat ja bei uns mit Annika Brockschmidt

Antje Flemming: zusammen einen Jane Austen-Abend gemacht zum 250.

Antje Flemming: Geburtstag und da ist Annika Rützel das einmal gepostet hatte bei sich auf Insta,

Antje Flemming: weil das Ding ausverkauft. Also so Hand umdrehen.

Antje Flemming: Also das ist schon eine gute Möglichkeit.

Antje Flemming: Also früher hätten wir die Leute vielleicht gar nicht erreicht.

Nicola: Ja, und in der Tat, man muss ja gucken mit den Ressourcen und ich glaube auch

Nicola: Instagram ist der Kanal, wo man im Augenblick noch die breiteste Menge trifft.

Antje Flemming: Ja, ja, wahrscheinlich.

Nicola: Das ist der größte gemeinsame Nenner, wenn man das so sagen kann.

Antje Flemming: Vielleicht machen wir auch irgendwann TikTok, aber jetzt gerade müssen wir erstmal

Antje Flemming: alles stabil halten, was so geht, weil es ist wirklich viel Arbeit.

Antje Flemming: Man denkt jetzt immer gar nicht, was mit so einer Veranstaltung alles einhergeht.

Antje Flemming: Und gerade dann, weil man eben auch so viele auf kurzer Strecke hat in einem

Antje Flemming: Monat, dann muss man erst mal gucken, wo müssen wir rein und wo brauchen wir

Antje Flemming: noch Hilfe und was läuft sowieso.

Antje Flemming: Und manchmal würde ich mir auch wünschen, dass tatsächlich auch andere Leute

Antje Flemming: kommen würden, aber man muss auch sagen, dass etwas ältere Publikum ist,

Antje Flemming: auch das treue, das sind die treuen BesucherInnen. Die kommen halt.

Nicola: Für die soll ja auch was da sein.

Antje Flemming: Ich möchte nicht, dass die sich nicht mehr willkommen fühlen,

Antje Flemming: aber ich würde mir manchmal wünschen, dass die Älteren auch neugierig sind auf

Antje Flemming: das junge Programm, weil ich mir sicher bin, dass die das gut finden.

Antje Flemming: Also weiß ich jetzt gar nicht, was jetzt Beispiel oder dieser Jane Austen haben

Antje Flemming: zum Beispiel oder so. Und umgekehrt.

Antje Flemming: Und wir haben ja jetzt gerade Hamburg liest Lenz, das Festival in Hamburg und

Antje Flemming: haben halt da auch im Vorhinein alle, die da mitmachen,

Antje Flemming: sehr stark überlegt, wie kommt man an die jungen Menschen ran,

Antje Flemming: wie kann man Siegfried Lenz überhaupt noch an jüngere LeserInnen vermitteln.

Antje Flemming: Und da ist dann halt jetzt eine Graphic Novel entstanden von Studierenden an

Antje Flemming: der HAW, also den Illustrationsstudierenden.

Antje Flemming: Das ist fantastisch. Da gibt es übrigens auch gerade im Rathaus eine Ausstellung. Genau, sehr gut.

Nicola: Okay, das ist, weißt du zufällig, wie lange sie läuft, weil wenn,

Nicola: wir nehmen jetzt auf im März.

Antje Flemming: Ja, nee, ich glaube.

Nicola: Dann wird es leider.

Antje Flemming: Leider schon vorbei sein, aber das Buch beim Karsen Verlag, ein dickes Buch

Antje Flemming: über Siegfried Lenz, das gibt es natürlich immer, das heißt siehst du es.

Nicola: Sehr schön und mit Studierenden der HAW, das ist natürlich super spannend,

Nicola: nehmen wir auf jeden Fall alles mit auf in die Shownotes.

Antje Flemming: Ja, sehr gut.

Nicola: Genau, hat sich denn das Publikum verändert? Du kennst das Literatur aus ja jetzt schon so lange.

Nicola: Hast du das Gefühl, das hat sich irgendwie von der Zusammensetzung,

Nicola: hat sich da schon was getan?

Antje Flemming: Es kommt immer darauf an, wer da ist. Die jungen Leute kommen,

Antje Flemming: wenn ihre Leute auf der Bühne sind. Auf jeden Fall.

Antje Flemming: Und ansonsten ist es älter geworden tatsächlich.

Antje Flemming: Also ja, genau. Also wir müssen auch gucken, dass da auch in der mittleren Generation,

Antje Flemming: also in meiner Generation, was nachwächst.

Nicola: Ach so. Ich hatte meinen Sohn gefragt, weil ich dachte immer mal,

Nicola: was fragen wohl andere Menschen dich? Der ist jetzt 20.

Nicola: Und dann habe ich gesagt, was würdest du denn jemanden vom Literaturhaus fragen?

Nicola: Und dann habe ich ihn gefragt, kennst du das eigentlich? Ich meinte,

Nicola: er hätte schon mal irgendwo gehört.

Nicola: Immerhin schon. Ist ja ganz gut. Er lebt ja auch schon die ganze Zeit in Hamburg.

Nicola: Und dann hat er gesagt, ja, was haben die denn so für Leute wie mich in meinem

Nicola: Alter? Ja, und da habe ich tatsächlich gedacht, für 20-Jährige ist es schon...

Nicola: Ja, Lenz müsste man erstmal hinführen.

Antje Flemming: Naja gut, da müsste man hinführen jetzt mit dem, aber zum Beispiel die Graphic

Antje Flemming: Novelty, die wir im Mai haben, die sind auf jeden Fall für seine Generation

Antje Flemming: interessant, würde ich sagen.

Antje Flemming: Da kommen Zeichner und Zeichnerinnen international und auch auf den deutschsprachigen

Antje Flemming: Raum. Und Comic ist ja eigentlich, was viele Jüngere auch interessiert.

Antje Flemming: Also das würde ich jetzt erstmal sagen.

Antje Flemming: Auch unser philosophisches Café, also ich weiß nicht, ob er studiert,

Antje Flemming: aber da haben wir zum Beispiel freien Eintritte für Studierende.

Antje Flemming: Da sind auch immer wieder Themen dabei, die gerade junge Leute sehr interessiert.

Antje Flemming: Und ja, dann eben im jungen Literaturhaus haben wir eine Reihe,

Antje Flemming: die heißt Star Club, das ist eigentlich auch so die.

Antje Flemming: Also, na, ist ja vielleicht schon ein Ticken zu alt, ist eher so bis 18.

Antje Flemming: Aber da haben wir jetzt einen tollen Autor aus den USA, Jason Reynolds.

Antje Flemming: Aber das ist, glaube ich, schon vor dem Sendetermin hier.

Antje Flemming: Also, es ist immer was los, man muss einfach mal schauen.

Antje Flemming: Und ich kann es ja auch gar nicht so sagen, also wofür sich jetzt die Leute

Antje Flemming: interessieren. Also wofür habe ich mich mit 20 interessiert?

Antje Flemming: Nicht mehr für Stephen King, aber vielleicht für Sylvia Plaf oder so.

Antje Flemming: Also das ist ja dann auch immer, also junge Leute interessieren sich dann ja auch für die Classics.

Nicola: Ja, und auch nicht so homogen. Es ist keine homogene Gruppe.

Antje Flemming: Einfach mal ausprobieren.

Nicola: Mit den Comics ist mir auch ausgefallen, das zieht sich auch so ein bisschen

Nicola: durch deine Biografie, dass du das und auch hier ins Literaturhaus mit reingebracht hast.

Antje Flemming: Oder? Das ist eher umgekehrt. Also die Graphic Novel Tage gibt es ja schon recht lange.

Antje Flemming: Die habe ich halt damals schon mal als Kommunikationsfrau mit unterstützt und

Antje Flemming: da eigentlich den Zugang gefunden dazu und fand das dann sowieso sehr, sehr spannend.

Antje Flemming: Die gibt es halt jetzt immer weiter. Ich habe dann eher in der Kulturbehörde,

Antje Flemming: versucht, die Comics mit zu fördern, weil die Comics halt so eine schwierige

Antje Flemming: Kunstform in dem Sinne sind, was man nicht so richtig weiß oder sagen wir mal

Antje Flemming: so, die Verwaltung weiß nicht,

Antje Flemming: ist es Kunst oder ist es Literatur und das ist dann in so einer Behörde halt

Antje Flemming: schon sehr stark getrennt, wer ist wofür zuständig und dann habe ich halt irgendwann gesagt,

Antje Flemming: also das ist jetzt einfach Literatur, es ist halt, ja,

Antje Flemming: grafische Narration sozusagen, aber es wird ja immer eine Geschichte erzählt,

Antje Flemming: aber die Kunstleute füllern jetzt auch zum Teil Sachen.

Nicola: Ich wollte gerade sagen, es kommt darauf an, wie man drauf blickt und was man

Nicola: dann an dieser Form gerade im Auge hat.

Nicola: Also eben die grafische Darstellung oder die Art zu erzählen.

Antje Flemming: Also wir haben ja damals in Hamburg in der Behörde dann eben diesen Comicpreis

Antje Flemming: eingeführt, immer ganz stark auch im Austausch mit der Szene,

Antje Flemming: was toll war, was aber auch eigentlich immer noch zu wenig an Förderung ist.

Antje Flemming: Und jetzt gibt es aber seit vergangenem Jahr auch Arbeitsstipendien,

Antje Flemming: die sind auch gerade ausgeschrieben in Hamburg und dann gibt es drei auf jeden

Antje Flemming: Fall für Comic, die sind für Comic reserviert und das war toll und das kam aber auch dadurch,

Antje Flemming: dass die Hamburger Comic-Szene sehr vereint ist und sehr für ihre Anliegen kämpft,

Antje Flemming: also jetzt rede ich fast wieder so ein bisschen aus der Behördensicht,

Antje Flemming: das braucht man halt immer, die müssen,

Antje Flemming: zusammenstehen und für ihre Sachen kämpfen, weil wenn so Einzelleute dann sagen,

Antje Flemming: ich brauche jetzt diese, ich brauche das, dann sagt man, naja,

Antje Flemming: wir sind nicht zuständig.

Nicola: Aber hat ja auch in Hamburg eine gute Tradition. Und nochmal in Richtung Wissenschaft,

Nicola: es gibt ja auch ganz tolle Wissenschafts-Comics oder Sachen,

Nicola: wo sich das so ein bisschen auch ineinander übertreibt.

Antje Flemming: Die ja jetzt auch nominiert werden für Preise. Und ich meine,

Antje Flemming: der deutsche Sachbuchpreis ist an Uli Lust gegangen, an einen Comic.

Antje Flemming: Also das ist schon, die sind jetzt, die haben den Durchbruch geschafft,

Antje Flemming: würde ich mal sagen. Das freut mich wirklich.

Nicola: Du hast dir noch ein zweites Angebot ausgesucht aus dem Angebot der Hamburg

Nicola: Open Online University und das ist...

Nicola: Da geht es um biografische Hintergründe.

Nicola: Es heißt, die neue Frau, ich stelle es auch noch mal kurz vor,

Nicola: wie Künstlerinnen und Gestalterinnen das Bild der Moderne prägten.

Nicola: Das ist ein Angebot von der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und zeichnet

Nicola: die Geschichte der künstlerischen Ausbildung von Frauen an dieser Schule nach.

Nicola: Denn die HSBK war tatsächlich eine der ersten Kunstakademien, die Anfang des 20.

Nicola: Jahrhunderts erst, kann man ja sagen, Frauen zugelassen haben.

Nicola: Und das Angebot, das da jetzt zur Verfügung steht, das zeigt,

Nicola: wie 14 Künstlerinnen und Gestalterinnen dort ihren Weg gemacht haben.

Nicola: Da gibt es Archivmaterial, historische Veröffentlichungen und auch Nachlässe

Nicola: und dadurch lassen sich dann die Lebens- und Arbeitswege nacherleben.

Nicola: Und die Biografien zeigen eben auch, wie sie mit gesellschaftlichen Umbrüchen

Nicola: umgegangen sind, politischen Herausforderungen, also auch Vertreibung,

Nicola: Flucht, Krieg, was dann oft für die Frauen ja bedeutete, dass sie,

Nicola: wenn sie dann vorher tätig waren, das nicht mehr konnten, weil sie einfach sehen

Nicola: mussten, wie sie überhaupt überleben konnten.

Nicola: Und wenn wir uns das heute eben angucken, regt es auch dazu an,

Nicola: heutige Debatten über Gleichberechtigung, die Rolle von Frauen in der Kunst nochmal neu anzusehen.

Nicola: Und dafür sind diese Geschichten eben toll, was auch sehr spannend ist,

Nicola: dass für dieses Angebot verschiedene Forscherinnen aus der Wissenschaft,

Nicola: aber auch Autorinnen selbst und Grafikerinnen zusammengearbeitet haben und so

Nicola: diese einzelnen Geschichten entstanden sind.

Nicola: Ja, du hast ja selber auch schon eine Künstlerinnenbiografie kuratiert in deiner

Nicola: Heimatstadt Chemnitz heute eben. Kannst du mir erzählen, was das war?

Antje Flemming: Ja, das ist jetzt zwei Jahre her.

Antje Flemming: Wo fange ich an? Also erstmal Chemnitz war ja im vergangenen Jahr Kulturhauptstadt.

Antje Flemming: Das gehört auch zu dieser Geschichte mit dazu.

Antje Flemming: Und hier war das aber eigentlich eine völlig private Angelegenheit.

Antje Flemming: Also als Studentin habe ich bei der Tageszeitung in Chemnitz bei der Freien

Antje Flemming: Presse gearbeitet und habe da bei einem Besuchsprogramm von Holocaust-Überlebenden

Antje Flemming: während der Tage der jüdischen Kultur,

Antje Flemming: die es in Chemnitz jedes Jahr gibt, seit vielen, vielen Jahren.

Antje Flemming: Und die damals und auch heute noch immer Überlebende, damals waren es tatsächlich

Antje Flemming: in den 90er Jahren noch Überlebende, jetzt ist es die zweite und dritte Generation,

Antje Flemming: wieder nach Chemnitz geholt haben.

Antje Flemming: Also die geflohen sind vor den Nazis und denen dann die Stadt zeigen sozusagen

Antje Flemming: und viele Sachen mit den Unternehmen und viele Gespräche führen.

Antje Flemming: Und da habe ich für die Zeitung eine Frau porträtieren sollen oder eine Besucherin

Antje Flemming: porträtieren sollen und das

Antje Flemming: war Lee Gutman und die ist als zwölfjähriges Kind aus Chemnitz geflohen,

Antje Flemming: alleine über die Schweiz und Rumänien nach England und schließlich dann in den

Antje Flemming: USA angekommen mit ihrem damaligen Mann dann in den 50er Jahren und hat in der,

Antje Flemming: Comic-Trickfilm-Animationsindustrie gearbeitet, also bei Warner Brothers in

Antje Flemming: den Studios, bei Disney und so weiter und war dort Inkerin.

Antje Flemming: Das sind die Leute, die.

Antje Flemming: Ausmalen, also die kolorieren sozusagen für diese Trickfilme und sie hat an

Antje Flemming: diesen ganzen Klassikern, Schneewittchen,

Antje Flemming: Bugs Bunny und sowas mitgearbeitet und ich war damals 22,

Antje Flemming: habe sie kennengelernt, sie war 70 und es hat sich dann eine Freundschaft entwickelt,

Antje Flemming: also ich habe ja auch in den USA studiert, das hatten wir ja schon vorhin mal

Antje Flemming: kurz gesagt und war irgendwie zu dieser Zeit sehr oft in den USA,

Antje Flemming: also sagen wir mal so einmal im Jahr Und habe sie dann auch häufiger besucht.

Antje Flemming: Sie lebte in Hollywood, so in den Bergen, ganz toll, guckte auf die Universal Studios, das Haus.

Antje Flemming: Und sie ist 2015 verstorben und sie war keine bekannte Künstlerin.

Antje Flemming: Sie hat aber während ihrer Tätigkeit da und auch später immer gezeichnet.

Antje Flemming: Also man würde sagen Karikaturistin, Comiczeichnerin, also so Alltagsszenen.

Antje Flemming: Und auch während ihrer Reisen hat sie wunderbare, sehr ironische Menschenbeobachtungscomics gemacht.

Antje Flemming: Ganz toll. Und ihre Tochter Caroline, die ist jetzt Anfang 60,

Antje Flemming: hatte halt mitbekommen, Chemnitz wird europäische Kulturhauptstadt und meinte,

Antje Flemming: Lee wird in diesem Jahr 100 Jahre alt, können wir nicht was machen.

Antje Flemming: Und so kam das dann alles, dass ich dann eigentlich nur immer dachte,

Antje Flemming: ich mache jetzt hier so ein Netzwerk und verbinde die Menschen miteinander.

Antje Flemming: Aber es endete dann darin, dass ich die Anträge gestellt habe und irgendwie

Antje Flemming: dieses Projekt dann durchgeführt habe.

Antje Flemming: Und wir hatten also einen Monat in einer sehr schönen Galerie in Chemnitz eine

Antje Flemming: Ausstellung. und dann hat sich daraus noch ganz viel entwickelt, interessanterweise.

Antje Flemming: Also wir...

Antje Flemming: Es gab in Hamburg im Museum für Kunst und Gewerbe auch nochmal während der Tage

Antje Flemming: des Exils vergangenes Jahr eine Veranstaltung und dann war Caroline Gutmann

Antje Flemming: jetzt auch nochmal da in Riesa,

Antje Flemming: da gab es eine Diskussion und es gibt auf einmal einen Wikipedia-Eintrag und

Antje Flemming: ganz viel Interesse an dieser Frau und das ist eigentlich genau so ein Schicksal, ne?

Antje Flemming: Sie hat halt immer gearbeitet, dann hat sie ein Kind bekommen,

Antje Flemming: dann hat sie zeitlang nicht mehr gearbeitet, aber sie hatte als Künstlerin nie

Antje Flemming: die Möglichkeit zum Durchbruch.

Antje Flemming: Und wenn man sich das aber so anguckt, diese Sachen, das ist genial.

Antje Flemming: Also die hätte genauso gut, jetzt fällt mir gerade niemand ein von diesen großen

Antje Flemming: Karikaturisten, außer Wilhelm Busch, der ein bisschen älter ist,

Antje Flemming: aber sie hat ganz tolle Sachen gemacht und hätte eigentlich eine große Karriere machen können.

Antje Flemming: Aber immerhin, wir haben sie aus der Unbekanntheit erst mal nach vorne geholt.

Antje Flemming: Und es gab wirklich ganz viel Interesse an dieser Frau dann. Und das freut mich so.

Antje Flemming: Und das hätte sie bestimmt auch gefreut, wenn sie sehr bescheiden war.

Antje Flemming: Aber sie war eine sehr meinungsstarke Person.

Nicola: Also es ist ja schon faszinierend, weil es gibt ja auch Männer,

Nicola: die ins Exil gegangen sind, Künstler.

Nicola: Die haben da auch Brotshops machen müssen und erst mal ihre künstlerische Arbeit hinten anstellen.

Nicola: Aber die haben es ja irgendwie dann noch geschafft. Also man kennt dann Dinge

Nicola: aus dem Exil und bei Frauen nicht.

Antje Flemming: Das fand ich gerade im Filmbereich zum Beispiel, so Douglas Sirk oder andere,

Antje Flemming: Billy Wilder und so weiter.

Antje Flemming: Also ja, die Frauen.

Nicola: Weil das fand ich in den Biografien von dem Lernangebot ganz interessant.

Nicola: Das war jetzt nicht so, dass die total immer nur so nebenbei mal ein bisschen

Nicola: was gemacht haben, sondern die hatten schon ein gewisses Standing sich erarbeitet

Nicola: oder waren eben an den Hochschulen Und dann kam eben dieser Umbruch,

Nicola: diese Krise und dann sind doch immer wieder,

Nicola: also das führt dann dazu, dass dann doch klar ist, Mann und Frau,

Nicola: ja gut, dann muss die Frau für den Haushalt, für das sozusagen alltägliche Leben

Nicola: und dann, und natürlich,

Nicola: sie hat ja was gemacht nebenbei, aber das wird eben nicht gesehen.

Antje Flemming: Aber das ist ja in der Literatur nicht anders. Also da gibt es ja jetzt auch

Antje Flemming: gerade von Nicole Seifert diese hervorragenden Bücher über jetzt auch das letzte

Antje Flemming: über die Frauen in der Gruppe 47 und

Antje Flemming: Vorher hat man nie irgendwie Frauen mit der Gruppe 47, also vielleicht nochmal

Antje Flemming: Egeborg Bachmann und Issa Eichinger oder so.

Antje Flemming: Aber was die da alles, also Nicole Seifer da alles recherchiert hat,

Antje Flemming: das ist ja genau dieses Thema.

Antje Flemming: Also wie lange hat das gedauert, bis Frauen irgendwie auch in diesem Bereich

Antje Flemming: irgendwie Anerkennung hatten? Und jetzt bei uns, also ich muss sagen,

Antje Flemming: ich denke manchmal so, oh Schwitz, wir laden nur Frauen ein.

Antje Flemming: Aber es ist das, was mich auch interessiert und was uns hier alle interessiert.

Antje Flemming: Und irgendwie gerade...

Antje Flemming: Also gibt es einfach wahnsinnig viele tolle Bücher von Frauen.

Antje Flemming: Es hält sich so ein bisschen die Waage.

Nicola: Ja, aber ich finde es auch durchaus legitim zu sagen, wir haben einen leichten

Nicola: Frauenüberschuss, weil es ja lang andersrum war.

Nicola: Es war hunderte Jahre lang anders. Also da gibt es ja noch was nachzuholen.

Nicola: Ja, vielleicht nochmal eine Frage, wie findest du überhaupt diesen biografischen Ansatz?

Nicola: Also ich, wie gesagt, fand es ganz toll, in diese Biografien einzutauchen,

Nicola: weil man dann ja doch viel anschaulicher mitbekommt, wie das war und auch nachempfinden

Nicola: kann, Liest du auch gerne Biografien?

Antje Flemming: Ja, lese ich schon gerne. Doch, doch. Also ich habe als letztes,

Antje Flemming: glaube ich, diese sehr, sehr dicke Biografie über Brigitte Reimann gelesen.

Antje Flemming: Das fand ich, die fand ich auch sehr, sehr gut. Die war fast nur ein bisschen ausufernd.

Antje Flemming: Aber doch, ich lese sehr gerne Biografien. Und wir haben ja hier auch zum Teil

Antje Flemming: Memoirs, die wir vorstellen.

Antje Flemming: Wir hatten von eben die mexikanische Autorin Christina Rivera Garza,

Antje Flemming: die ja praktisch den Femizid an ihrer Schwester aufgearbeitet hat.

Antje Flemming: Das ist ja auch eine Biografie sozusagen.

Antje Flemming: Nee, das ist, finde ich, schon sehr interessant. Und ja, man hat halt dann über

Antje Flemming: so ein Einzelschicksal direkt den Zugang zur Zeitgeschichte, zur Epoche.

Antje Flemming: Das Private ist politisch. Also ich kann da super gut andocken.

Antje Flemming: Ich gucke auch gerne Biopics. Aber egal.

Nicola: Nee, ist auch, ich meine, das ist ja auch das Tolle von Literatur.

Nicola: Also wenn man jetzt fragt, was kann man eigentlich von Literatur lernen,

Nicola: finde ich immer, dass man auf eine Art, wie das sonst ganz selten möglich ist,

Nicola: auch in andere Zeiten und dann eben auch in andere Leben reingeschmissen wird.

Antje Flemming: Ja, und das ist ja das Wichtige, also dass man diese Toleranz dadurch lernt

Antje Flemming: und zu sagen, okay, ich hätte es jetzt vielleicht anders gemacht,

Antje Flemming: aber das ist genauso legitim.

Antje Flemming: Und das ist ja das, was wir hier immer sagen, warum man eben auch lesen sollte,

Antje Flemming: weil sich die Welt einfach erweitert und weil man halt Sachen versteht, also keine Ahnung,

Antje Flemming: Ich habe jetzt gerade kein Beispiel, aber es ist auf jeden Fall so wichtig,

Antje Flemming: nicht immer nur in diesen eingefahrenen Schienen und sich so bestätigen zu lassen,

Antje Flemming: auch von dem, was man kulturell konsumiert.

Antje Flemming: Also guckt man sich jetzt zum x-ten Mal den Sommernachtstraum an oder guckt

Antje Flemming: man eben mal das Stück einer jungen, türkischstämmigen Autorin.

Antje Flemming: Also dann muss ich mich selber auch an der Nase zupfen, weil ich dann doch auch

Antje Flemming: manchmal gucke, wo kann ich andocken?

Antje Flemming: Kenne ich jemanden, der die da mitspielt?

Antje Flemming: Das ist jetzt beispielsweise im Theater.

Nicola: Das haben wir im ersten Lernangebot, das Confirmation Biles.

Antje Flemming: Genau. Man lässt sich gerne bestätigen.

Nicola: Das ist das Vertraute. In dem Angebot war auch ein Beispiel,

Nicola: wenn es um Einstellungen geht.

Nicola: Also klar, Thomas stellt immer Thomas ein, das wissen wir, Aber dass das auch

Nicola: manchmal viel verdeckter ist, dass man denkt, ah ja, die hat auch da studiert,

Nicola: wo ich studiert habe, ist ja spannend oder so.

Antje Flemming: Absolut.

Nicola: Dass man immer das sucht, was wir selber schon kennen.

Antje Flemming: Und dieser Privilegien auch muss man sich ja erstmal bewusst werden.

Antje Flemming: Und das ist ja auch so ein ganz starker Lernprozess.

Antje Flemming: Also ich bin natürlich dann so ein bisschen sensibilisiert, was so Osten angeht.

Antje Flemming: Und auch so, wenn dann so Sachen gesagt werden.

Antje Flemming: Aber wie geht es jetzt einer schwarzen Frau, die ja völlig andere Erfahrungen machen muss.

Antje Flemming: Und dass man das erstmal verstehen muss, wo man selber herkommt,

Antje Flemming: das hat natürlich auch hier mit Personal und Auswahl und so weiter.

Antje Flemming: Wir sind gerade in so einem Volontariatsausweisprozess.

Antje Flemming: Also wie viele Leute mit Migrationshintergrund, wenn man es so sagen darf,

Antje Flemming: bewerben sich überhaupt?

Antje Flemming: Wo sind denn auch in den Verlagen die Leute, die einen anderen Hintergrund haben?

Antje Flemming: Und ich hoffe, das kommt halt alles noch. Das muss sich halt entwickeln,

Antje Flemming: aber wir müssen halt da auch offen sein und mitarbeiten.

Nicola: Ich glaube, dass es total wichtig ist, wenn man sich selber schon für offen hält, immer wieder.

Antje Flemming: Ja, ganz so offen ist man dann nämlich doch nicht.

Nicola: Das war wirklich bei dem ersten Lernangebot, ich habe das einmal so durchgespielt

Nicola: und dachte, ja okay, da haben sie mich doch nochmal gepackt an einzelnen Stellen.

Antje Flemming: Also es gab jetzt gerade in Köln ein ganz tolles Symposium, Kongress,

Antje Flemming: Kein Lienweite, die Zukunft der Literatur auf der Bühne. Da ging es halt nur

Antje Flemming: um Literaturveranstaltungen.

Antje Flemming: Aber da gab es eben auch Veranstaltungen, wo Leute mit Behinderung eben über

Antje Flemming: das Thema Teilhabe gesprochen haben und wo Sachen rauskam, wo ich dachte,

Antje Flemming: oh Gott, wir müssen uns verstecken.

Antje Flemming: Also wir haben natürlich überhaupt keine Übersetzung in Gebärdensprache.

Antje Flemming: Und da war es aber schon auf dem Niveau, bitte nehmt Taube-Übersetzer in,

Antje Flemming: weil die sozusagen auch so bei Kulturveranstaltungen die Emotionen ganz anders

Antje Flemming: transportieren können, als jetzt Hörende, die sich die Sprache erlernt haben.

Antje Flemming: Das bedeutet praktisch, dass man zwei Übersetzungen hat.

Antje Flemming: Und das ist natürlich auch ein Aufwand und ein Kosten. Aber wie sollen wir das denn jemals machen?

Antje Flemming: Aber dann schließen wir ja direkt von vornherein so viele Menschen aus,

Antje Flemming: die sich vielleicht auch für unser Haus interessieren würden und für das,

Antje Flemming: was wir hier anbieten. Also da ist noch so viel zu tun.

Antje Flemming: Ja, wir sind hier schon stolz, dass wir einen Fahrstuhl jetzt haben. Der ist ja 2018 da.

Antje Flemming: Also ich habe noch erlebt in meiner ersten Literaturphase, wie wir hier Menschen

Antje Flemming: im Rollstuhl die Treppe hochgetragen haben.

Nicola: Ja, und das ist natürlich dann auch für die Betreffenden auch nicht so angenehm.

Antje Flemming: Nein, ganz schlimm ist das. Also selbst wenn man sagt, es ist ja toll.

Nicola: Dass ihr das macht, aber irgendwie ist es dann auch so, man möchte ja gar nicht

Nicola: so eine Sonderrolle haben.

Nicola: Ja, Antje, wir sind schon am Ende angekommen.

Nicola: Hast du noch irgendwas, was du vielleicht noch empfehlen möchtest?

Nicola: Du kannst jetzt alle einladen ins Literaturhaus.

Antje Flemming: Ich möchte natürlich unser Literaturhaus am Schwanweg 38 empfehlen, wer noch nicht da war.

Antje Flemming: Kommt doch mal vorbei. Es gibt

Antje Flemming: ja auch ein Café. Es gibt eine wunderschöne Buchhandlung von Canmaja Oklu.

Antje Flemming: Er ist im November hier gestartet mit einer tollen Auswahl.

Antje Flemming: Und guckt euch unser Programm an auf unserer Website literaturhaus-hamburg.de. ja, ich empfehle,

Antje Flemming: Ich empfehle natürlich alles. Aber ganz besonders möchte ich auf Alison Bechtel hinweisen.

Antje Flemming: Das ist eine Comiczeichnerin aus den USA, die kommt Ende Mai.

Antje Flemming: Und vielleicht hat der eine oder die andere schon mal von dem sogenannten Bechtel-Test

Antje Flemming: gehört, den man nach Filmen machen macht.

Antje Flemming: Den hat sie ins Leben gerufen.

Nicola: Sag nochmal zwei Welschen zu.

Antje Flemming: Also, gibt es in diesem Film Frauen? Reden die Frauen? Reden sie miteinander?

Antje Flemming: Reden sie über was anderes als über einen Mann? Und wenn man da ja sagen kann,

Antje Flemming: viermal hat es der Back-to-Test bestanden.

Antje Flemming: Und die Schöpferin kommt hier.

Nicola: Da freue ich mich super. Ja, toller Tipp. Vielen Dank.

Nicola: Ja, dann danke ich dir recht herzlich, dass du dir heute die Zeit genommen hast

Nicola: über Lernangebote der Hamburg Open Online University und deinen Werdegang zu berichten.

Antje Flemming: Ja, vielen Dank. Hat Spaß gemacht.

Nicola: Ja, danke auch unseren Zuhörenden, dass ihr uns bis hierher gefolgt seid.

Nicola: Und wer mag, kann auch gerne nochmal in andere Folgen reinhören.

Nicola: Wir hatten schon auch zwei, wenn hier Literaturinteressierte zuhören,

Nicola: zwei Autorinnen zu Gast, Isabel Bogdan und Simone Buchholz und auch eine...

Antje Flemming: Beides Mitglieder im Literaturhausverein. Die eine sogar im Vorstand.

Nicola: Genau. Reiner Zufall, wirklich. Also kann ich auf jeden Fall bestätigen.

Nicola: Und auch eine weitere Künstlerin, die auch schon mal hier war,

Nicola: gerade ihre Revival hat, nämlich die Autorin, Künstlerin, Wissenschaftlerin

Nicola: Reyhan Şahin, auch bekannt als Lady Bitch Ray.

Nicola: Ja, die haben auch im Oktober hier mit ihrem Buch.

Antje Flemming: Das war auch spektakulär. Besonders das Outfit, aber auch alles,

Antje Flemming: was sie gesagt hat, war toll.

Nicola: Sie hat einen neuen Song herausgebracht und feiert ihr Comeback.

Antje Flemming: Ja, sie hat ja auch eine Professur jetzt in Berlin.

Nicola: Das freut mich riesig. Ja, genau. Damals war sie noch an der Bundeswehr-Universität,

Nicola: als ich mit ihr gesprochen habe.

Nicola: Gut, Wir freuen uns, wenn ihr auch bei weiteren Folgen wieder da seid.

Nicola: Und dir, Antje, wünsche ich alles Gute für die weitere Arbeit.

Antje Flemming: Auf bald im Literatur.

Nicola: Ja, auf jeden Fall.

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