Hendrik von Bültzingslöwen
Shownotes
Hendrik von Bültzingslöwen schlüpft als Schauspieler in unterschiedlichste Rollen und hatte mit DoppelSechs einen Fußball-Podcast. Seine Karriere als Stand-up-Comedian ist im Verhältnis noch recht jung. Kurz vor dem Beginn seiner Live Tour hat Nicola Wessinghage mit dem gebürtigen Hamburger über seine News-Life-Balance, Stadtkulturen, mentales Training und seine Bewertung der Bezeichnung als „Kult-Schauspieler" gesprochen.
Links
Website: Hendrik von Bültzingslöwen
Instagram: Hendrik von Bültzingslöwen
Facebook: Hendrik von Bültzingslöwen
DoppelSechs-Podcast (mit Hendrik von Bültzingslöwen und Ole Zeisler)
Instagram Account zu Doppelsechs
Erstes Original-Video mit St. Pauli-Fan „G. Alao" vor zehn Jahren
Ronja von Wurmb-Seibel: Wie wir die Welt sehen. Kösel-Verlag 2022
Rutger Bregman: Utopien für Realisten. Rowohlt 2019
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Credits
Moderation: Nicola Wessinghage und Christian Friedrich
Musik: Jakob Kopczynski
Produktion: Christian Friedrich
Die Angebote zum Selbstlernen auf der Online-Plattform der Hamburg Open Online University stehen allen Interessierten frei zur Verfügung.
Um unsere Lernangebote zu nutzen, brauchst du weder zu studieren noch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Schau einfach online vorbei. Unsere Internetadresse ist www.hoou.de
Feedback, Anregungen und Kommentare zum Podcast erreichen uns per E-Mail unter waswillstduwissen@haw-hamburg.de
Transkript anzeigen
Hendrik: Ich wollte immer was machen auf der Bühne, ob es Schauspiel ist,
Hendrik: ob es Stand-up ist, ob es eine Mischung ist,
Hendrik: was selbstgeschrieben ist, aber ich wusste nicht so richtig, wie man da so hinkommt.
Hendrik: Weil das, was mich immer eigentlich mit am meisten interessiert hat,
Hendrik: war damals so Josef Hader, der so Ein-Personen-Stücke sich geschrieben hat,
Hendrik: aber das auf den Bühnen gespielt hat.
Hendrik: Und da gab es jetzt nicht so den klassischen Weg, wie man sowas wird.
Hendrik: Und ja, also das war für mich immer so alles, was ich so mir gedacht habe,
Hendrik: war bei allem immer so, aber das interessiert mich nicht. Ich musste da irgendwie so einen Weg finden.
Nicola: Hamburg, das ist heute Hendrik von Bültzingslöwen, Schauspieler,
Nicola: Stand-up-Comedian und früher auch mal Podcaster.
Nicola: Mein Name ist Nicola Wessinghage und ich begrüße alle, die heute zuhören.
Nicola: Hendrik von Bültzingslöwen hätte sich keinen schöneren Künstlernamen ausdenken
Nicola: können, aber er heißt wirklich so.
Nicola: Wer seinen Namen nicht kennt, wird spätestens, wenn er im Bild erscheint,
Nicola: das Gefühl haben, den irgendwo schon mal gesehen zu haben.
Nicola: Und das könnte dann auch stimmen. Er hat nicht nur in mittlerweile sehr vielen,
Nicola: sondern auch in sehr unterschiedlichen Kino- und Fernsehproduktionen Rollen übernommen.
Nicola: In großen Filmen wie Soul Kitchen von Fatih Akin oder The Grand Budapest Hotel
Nicola: von Wes Anderson, in Serien wie Jerk und in TV-Produktionen für das Vorabendprogramm.
Nicola: Seit 2021 ist er zudem als Stand-Up-Comedian
Nicola: regelmäßig in der Hamburger Comedy-Szene live zu erleben.
Nicola: Und auf Social Media erreicht er viele weitere Menschen mit seinen Instagram-Reels,
Nicola: unter anderem mit dem inzwischen schon kultigen Hipster und St. Pauli-Fan.
Nicola: Als wir uns getroffen haben, hat Hendrik davon erzählt, dass er in diesem Jahr
Nicola: mit seinem ersten Solo-Comedy-Programm Parade auf Deutschlandtourne gehen wird.
Nicola: Und damit wird 2026 für Henrik schon ein ganz besonderes Jahr.
Nicola: Im Gespräch verrät er nämlich, das ganz zu Anfang seiner Karriere,
Nicola: als er überlegt hat, was er denn mal werden will, da war Josef Hader,
Nicola: der österreichische Kabarettist, sein großes Vorbild.
Nicola: Der hatte mit seinen Ein-Personen-Stücken selbst geschrieben auf der Bühne viel Erfolg.
Nicola: Das Ziel war also für Henrik schon recht früh klar, nur der Weg,
Nicola: das wird man gleich hören, der war noch ungewiss und jetzt, so sieht es aus,
Nicola: steht er quasi kurz davor, das zu erreichen.
Nicola: Ich wünsche ihn wirklich schon jetzt, dass es richtig gut wird und dass ganz,
Nicola: ganz viele Leute kommen und sich das angucken.
Nicola: Ja, und damit nun herzlich willkommen im Podcast. Ich freue mich sehr,
Nicola: dass du, Henrik, dir heute Zeit genommen hast, in unserem Podcast zu Gast zu sein.
Hendrik: Ja, hallo, guten Tag. Sag mal guten Tag.
Nicola: Hallo, ist schon ein Tag. Ja, es ist Dezember, wir nehmen Dezember auf,
Nicola: Montag und wenn du heute in eine deiner vielen Rollen hättest schlüpfen können
Nicola: wie in ein schönes Outfit, für welche hättest du dich vielleicht entschieden?
Hendrik: Oh, wo du gerade sagst Outfit, dann wäre es auf gar keinen Fall nur vom Outfit
Hendrik: her Grand Budapest Hotel, was du vorhin angesprochen hast,
Hendrik: denn da gab es damals die Ansage, alles soll zu eng und zu kurz sein und wir
Hendrik: hatten ja in dem Film so Hoteluniformen an und die waren aus einem dicken Filzstoff
Hendrik: und Heidewitzka war das unangenehm.
Hendrik: Also das wäre es vom Outfit her wäre es das schon mal nicht.
Hendrik: Oh Gott. Und ansonsten von den ganzen Rollen, in was würde ich denn schlüpfen? Das, ähm,
Hendrik: da erwischst du mich. Ach, warum denn nicht? Ich spielte mal so ein,
Hendrik: in einer Serie so ein Tierforscher.
Hendrik: Ja, und warum denn nicht? Kann man doch heute mal ein bisschen sich mit den
Hendrik: Tieren beschäftigen. Das wäre es vielleicht heute.
Nicola: Passt eigentlich ganz gut zu Hamburg Open Online University.
Nicola: Welche Tiere hast du denn da erforscht?
Hendrik: Das waren so kleine Meerestiere.
Nicola: Ah, okay.
Hendrik: Und wenn du jetzt sagst, hier so ein Dezembertag und dann ist man da heute in
Hendrik: seinem Labor oder wo man da ist und guckt so ein bisschen und forscht, warum denn nicht?
Nicola: Ja, ich habe mich am Wochenende nochmal zur Vorbereitung diverse deiner Auftritte
Nicola: angesehen, die im Internet ja auch zu sehen sind und mir ist aufgefallen,
Nicola: dass du schon sehr unterschiedliche Rollen, du hast ja auch gerade ein bisschen
Nicola: überlegt, was möchte ich denn,
Nicola: wer könnte ich sein und irgendwie ist jetzt kein Honig im Mund,
Nicola: denkt man immer, ja irgendwie ist der die perfekte Besetzung für diese Rolle.
Nicola: Und das ist ja auch ungewöhnlich, weil viele Schauspieler und Schauspielerinnen
Nicola: leiden ja so ein bisschen darunter, dass sie immer in eine Richtung besetzt werden.
Nicola: Geht dir das auch so? Hast du dir das Gefühl, dass du, oder denkst du,
Nicola: ach doch, ich werde immer angefragt für den etwas skurrilen Typen neben der Spur oder weiß nicht.
Hendrik: Also erstmal danke für das Kompliment. Nee, das stimmt.
Hendrik: Ich nehme das auch so wahr, dass es ein relativ breiter Fächer ist und ich kriege
Hendrik: das ja auch mit von den Anfragen,
Hendrik: die ich so bekomme und da ist dann schon auch bei irgendwie von dem harmlosen
Hendrik: besten Freund bis über dem skurrilen Nachbar, der dann doch
Hendrik: Die halbe Nachbarschaft in der Tiefkühltonne hat. Also das ist schon ein Spektrum
Hendrik: und das freut mich natürlich total, weil das ist ja auch das, was den Beruf ausmacht.
Hendrik: Und es sind aber auch bewusste Entscheidungen. Also ganz oft ist es auch,
Hendrik: wenn man irgendwelche Sachen liest, dass ich mich auch frage,
Hendrik: interessiert mich das, habe ich das schon mal gemacht? Ist das nur eine Wiederholung von dem?
Hendrik: Und ich meine, es gab ja auch, ich war mal vier Jahre auch Kommissar in Potsdam
Hendrik: fürs ZDF und das war zum Beispiel so ein Punkt, wo ich gesagt habe,
Hendrik: die Sätze sind jetzt gesagt, die man sozusagen hat und dann muss es für mich auch weitergehen,
Hendrik: weil das ist eine kleine künstlerische Angst vor dem Stillstand, wenn man zu doll,
Hendrik: zu lange dasselbe macht Und man dann so ein bisschen auch vielleicht eine gewisse
Hendrik: Frische auch verliert und dann kommt man so ein bisschen in so ein Abliefern rein.
Hendrik: Und wenn man so denkt, okay, so und so kommt man durch und dann lässt man vielleicht
Hendrik: auch so ein bisschen nach und dann, wenn ich mich dabei erwische,
Hendrik: dann ist es Stopp, jetzt muss ich was ändern.
Nicola: Okay, das heißt, du hast schon auch die Möglichkeit, das ein bisschen zu steuern,
Nicola: natürlich, indem du sagst, das interessiert mich oder kriegst verschiedene Sachen
Nicola: angeboten und sagst dann eben zu und ab.
Hendrik: Ja, also da muss ich schon sagen.
Hendrik: Die Schauspielbranche ist gerade extrem tough, so gerade jetzt dieses Jahr und
Hendrik: auch das letzte Jahr und das lief auch bei mir, da ist durch Wachsen noch freundlich ausgedrückt.
Hendrik: Und das fällt einem dann natürlich auch schwer, gerade weil man ja irgendwie
Hendrik: auch Geld verdienen muss.
Hendrik: Und dann dann immer noch zu sagen, ach nö, das möchte ich jetzt nicht.
Hendrik: Also wir reden da manchmal auch über irgendwie Rollen, die jetzt dann halt um
Hendrik: irgendwelche, das soll gar nicht despektierlich klingen, aber um irgendwelche
Hendrik: jetzt auch nicht allzu großen Rollen, mitunter mal auch im Vorabend oder sonst wo.
Hendrik: Und da überlege ich dann schon sehr genau, aber wenn ich jetzt ich sag mal so
Hendrik: eine große Fernsehrolle,
Hendrik: angeboten bekomme, dann gibt es auch schon durchaus andere Gründe dass man dann
Hendrik: sagt, ja okay man will aber die Dreherfahrung mitnehmen oder es ist eine Regie,
Hendrik: die einen interessiert oder man muss einfach auch Geld verdienen,
Hendrik: und wenn dann es auch noch künstlerisch interessant ist dann kommt das vielleicht
Hendrik: auch nochmal on top hinzu Okay.
Nicola: Ja klar Gibt es denn eine Rolle, die dir noch nie angeboten worden ist und die
Nicola: du gerne mal spielen würdest?
Hendrik: Ich war noch nie, ich war immer nur unter Mordverdacht, aber ich war noch nie
Hendrik: letztlich derjenige, der das dann auch gemacht hat.
Hendrik: Der Räuler? Ja genau, da hatte ich bisher immer nur Castingsachen.
Hendrik: Sowas wurde mir noch nicht angeboten.
Hendrik: Ja, und sagen wir es mal so, der romantische Held war ich auch noch nicht.
Hendrik: Also schauen wir mal, was da noch kommt.
Nicola: Mir ist auch aufgefallen, dass irgendwie oft der Begriff Kult mit dir im Zusammenhang fällt.
Nicola: Also Kultfilm und ich habe auch ein paar Mal selber das gedacht und habe mir
Nicola: dann selber nochmal gedacht, was heißt das eigentlich, das ist ein Kultfilm
Nicola: oder ein Kultpodcast oder irgendwas mit Kult und habe das dann nachgeschlagen.
Nicola: Und da kam raus, also zum einen muss es eine große Fan-Community haben,
Nicola: das ist ein Punkt und die Leute wollen das immer wieder sehen und es ist so
Nicola: ein bisschen abseits des Mainstreams.
Nicola: Dein erster Film, Die Liebe und Viktor, ist so ein Kultfilm.
Nicola: Der lief, glaube ich, jahrelang noch in dem Kino in Berlin.
Nicola: Neues aus Bütten war da. Habe ich ehrlich gesagt zum ersten Mal kennengelernt.
Nicola: Das ist so eine Vorabendserie, aber auch Kult.
Nicola: Da gibt es eine ganze Website von Fans, die das gucken.
Nicola: Und euer Podcast letztendlich Doppelsechs. Da haben die Fans euch hinterher
Nicola: gebeten, doch bitte die alten Folgen wieder online zu stellen und das sogar
Nicola: auch finanziell unterstützt.
Nicola: Also irgendwie hast du scheinbar eine Möglichkeit oder eine Gabe irgendwie Fans
Nicola: und nicht zuletzt, da kommen wir auch noch drauf,
Nicola: jetzt auf Instagram, also mit deinen Figuren, die du da regelmäßig in Reels zeigst.
Nicola: Ist das so bewusst oder ist das irgendwie gesteuert oder ist dir das überhaupt klar?
Hendrik: Ja, ich glaube, es ist eine Mischung. Also dieser Begriff Kult ist ja auch extrem
Hendrik: inflationär benutzt vom Boulevard.
Hendrik: Da ist ja alles Kult. Da gibt es ja irgendwie den, also das ist ja schon,
Hendrik: wir bei unserem Fußballprojekt Doppelsex haben damit schon immer sehr bewusst
Hendrik: gespielt und das war so ein bisschen der Fall.
Hendrik: Je öfter wir selber sagen, wir sind Kult, hat das dann quasi so ein bisschen
Hendrik: unsere Community spaßeshalber übernommen. also das ist dann schon auch so ein bisschen.
Hendrik: Ja, selbst sag ich mal so losgetreten worden von uns, weil dieser Begriff ja
Hendrik: auch ungeschützt und so alles und nichts ist, ne?
Hendrik: Also das hat dann damit was zu tun und Die Liebe und Victor,
Hendrik: ja das war ein Film der wurde in Berlin gedreht ja wirklich mit so gut wie gar
Hendrik: keinem Budget und der Regisseur,
Hendrik: War aber auch wirklich sehr speziell, um es mal so zu beschreiben,
Hendrik: was aber dazu führte, dass der einfach auch so gewisse Schauspieler aufgelauert
Hendrik: hat und denen dann das Drehbuch in die Hand gedrückt hat.
Hendrik: Und so kam es, dass dann auch bei diesem wirklich absoluten Low-Budget-Film
Hendrik: dann plötzlich Rolf Zacher, der mittlerweile verstorben ist,
Hendrik: dabei war oder auch Samuel Finzi, der ein sehr großer Theaterstar in Berlin
Hendrik: ist und damals eben auch schon war.
Hendrik: Und dieser Film lief halt dann wirklich, ich glaube, ein paar Jahre,
Hendrik: aber wirklich in den kleinsten Berliner Untergrund-Kinos.
Hendrik: Und ich glaube, nur weil das so zäh war, hat sich dann da halt vielleicht so
Hendrik: eine gewisse Story ergeben, dass es so ist, der läuft immer noch in dem Video.
Hendrik: Aber da waren halt auch mal fünf Leute, mal elf Leute, mal 14 Leute.
Hendrik: Also das war schon auch Special Interest.
Hendrik: Und irgendwann ist vielleicht, wenn was lange läuft, wie soll man das labeln?
Hendrik: Und dann nennt man es vielleicht Kult.
Hendrik: Also da habe ich natürlich auch keinen Einfluss drauf. Aber ein neues aus Bütten war da.
Hendrik: Muss ich auch mal sagen, es war keine Vorabendserie.
Nicola: Achso, entschuldigung.
Hendrik: Nee, das ist auch nicht weiter schlimm.
Nicola: Ich habe sie auch tatsächlich zum ersten Mal gesehen.
Hendrik: Ja, die gibt es auch nicht mehr. Die hörte ja auf, da waren ja Peter Heinrich
Hendrik: Briggs und Jan Vedder ursprünglich die Hauptdarsteller.
Hendrik: Und dann ist nach dem Tod von Jan, war dann Axel Milberg nochmal der neue Bauer.
Hendrik: Und ich spielte da ja letztlich knapp über zehn Jahren immer so den jüngsten
Hendrik: Bauern der Gemeinde und war ab und zu mal in den Folgen dabei.
Hendrik: Und diese Dimension von Böden-Wader, die wurde mir aber auch erst bewusst,
Hendrik: seitdem man dann da in diesen Kosmos eingetaucht ist.
Hendrik: Und da gab es dann eben auch Fans, die da hingefahren sind zu den Drehorten
Hendrik: und viele Produkte drumherum und es ist eine Serie, die sehr viele gerade im
Hendrik: Norden mögen und die auch ganz viele so nostalgisch berührt.
Hendrik: Also ganz viele auch, die aus dem Norden kommen und mittlerweile,
Hendrik: was weiß ich, in Bayern leben, gucken alle diese Serie.
Hendrik: Aber genau, die gibt es jetzt glaube ich auch schon seit 2021 nicht mehr.
Hendrik: Aber ja, wenn du das so erzählst, ja, warum denn nicht?
Nicola: Kultschauspieler. Kultschauspieler.
Hendrik: Das ist tatsächlich auch ein Label, wo ich auch großen Spaß habe,
Hendrik: das selber für mich so zu nennen und ja.
Nicola: Ja, also ich fand es sehr eingängig und,
Nicola: setz dich ja eben auch noch mal ein bisschen fort durch deine Aktivitäten jetzt auf Instagram,
Nicola: da also die Figuren sind ja auch Kult, also ich habe ein paar Leuten erzählt,
Nicola: dass ich mit dir spreche heute,
Nicola: auch hier jüngere Generation und vom Namen her hat da nichts getickt und dann
Nicola: habe ich gesagt, das ist der Hipster da, ach der, ja, also Also das ist natürlich
Nicola: nochmal eine ganz andere Generation vielleicht auch, die du erreichst oder auch speziell.
Nicola: Leute, die eben im Internet unterwegs sind und da geht es ja so ein bisschen,
Nicola: vielleicht kannst du selber mal beschreiben, was du da für Figuren regelmäßig auftreten lässt.
Hendrik: Ja, Instagram ist so ein bisschen, das bespiele ich noch gar nicht so lang,
Hendrik: das sehe ich mittlerweile auch echt als komplette Bühne,
Hendrik: wo ich mich präsentiere und da spiele ich halt kleine Rollen oder Momente so in kleinen Szenen.
Hendrik: Und ja, eine ist eben G.Alau, der ein Hipster ist, wenn man das so bezeichnen
Hendrik: möchte, also sehr am Puls der Zeit, sage ich mal, und der auch ein Fan des FC St.
Hendrik: Pauli ist, aber natürlich keine Ahnung von Fußball hat, aber immer durch die
Hendrik: Agentur Karten für die Loge hat. Und das bespielt natürlich so verschiedene Felder.
Hendrik: Einmal natürlich irgendwie einen gewissen Trend, dem man hinterherrennen will
Hendrik: oder Maßstäbe setzen möchte, sowohl optisch als auch von der Sprache mit dem
Hendrik: überwiegend Denglischen.
Hendrik: Genau und so ist das eine Figur, die immer wieder von vielen gemocht und bei
Hendrik: manchen polarisiert und ja, die ist auf jeden Fall so, dass sie viele kennen.
Hendrik: Und führt tatsächlich dazu, dass ich mittlerweile auch erkannt werde von 15
Hendrik: bis 65, weil mich die manche aus dem Fernsehen kennen, manche übers Internet.
Hendrik: Und das ist irgendwie immer eine sehr, sehr bunte Mischung, von denen ich da
Hendrik: doch immer öfter erkannt werde.
Nicola: Ja, und der Alau, der ist ja schon ziemlich alt eigentlich als Figur,
Nicola: den hast du schon vor zehn Jahren, glaube ich, erfunden, aber damals…
Nicola: Weißt gar nicht, warst du noch nicht auf Instagram wahrscheinlich?
Hendrik: Nee, das ist ursprünglich auch eine Figur aus unserem Fußballkosmos Doppelsex.
Nicola: Ah, daher kommt er.
Hendrik: Genau, daher kommt das. Und die Figur hatte ich zusammen mit dem Ole Zeisler
Hendrik: vom NDR, mit dem ich das Fußballprojekt hatte.
Hendrik: Und wir hatten ganz früher auch, bevor wir den Podcast hatten,
Hendrik: haben wir so Videoblogs gemacht.
Hendrik: Das waren immer so dreiminütige Videos, die sich humorvoll mit der Bundesliga
Hendrik: oder dem Fußballgeschäft auseinandergesetzt haben.
Hendrik: Und da hatten wir auch immer so
Hendrik: ein paar Figuren. Und dann dadurch ist irgendwann die Figur des hippen St.
Hendrik: Pauli-Fans entstanden und nochmal über dann zwei, drei weitere Geschichten ist
Hendrik: dann auch dieses eine Video entstanden in der Figur,
Hendrik: was so viele kennen, was mittlerweile 13 Jahre alt ist mit diesem Interview auf dem Schulterblatt.
Hendrik: Und das führt dann letztlich Lutz Wöckner vom Hamburger Abendblatt,
Hendrik: weil der zu dem Zeitpunkt einen Blog über den FC St.
Hendrik: Pauli hatte und der hatte mich gefragt, ob ich nicht in dieser Figur mal in
Hendrik: seinen St. Pauli-Blog kommen möchte.
Hendrik: Und dadurch ist dieses Video entstanden. Das war auch alles improvisiert und
Hendrik: das war so ein bisschen, wir gucken mal, was passiert.
Hendrik: Und was das dann für Wellen geschlagen hat, das haben wir ja zu keinem Zeitpunkt
Hendrik: irgendwie vorausgesehen.
Hendrik: Und ja, dann war das aber so, dass es dann auch Anfragen gibt, auch ob ich in der Figur.
Hendrik: Comedy machen möchte und wie auch immer und mir war das alles zu viel und ich
Hendrik: wollte das immer nicht, weil ich auch immer gar nicht auf so eine Figur fest irgendwie,
Hendrik: ja, also nur, ich hatte Angst, dass es zu doll, ah, das ist der in der Figur,
Hendrik: dass man so gesehen wird, dass man sich so ein bisschen labelt Und deswegen
Hendrik: habe ich da alles dann abgesagt in der Figur und dachte auch immer zu dem Zeitpunkt noch,
Hendrik: das hatte einmal diesen großen Ausschlag und dann wollte ich mich auch nicht wiederholen.
Hendrik: Und dann habe ich die Figur erstmal ruhen gelassen und dann ist glaube ich jetzt
Hendrik: zur letzten Saison der St. Pauli wieder aufgestiegen.
Hendrik: Und dann dachte ich, komm, das ist doch eine Möglichkeit, die Figur mal wieder
Hendrik: zu reanimieren und dann aber auf meinem Kanal auszuspielen.
Hendrik: Und dann habe ich diese Figur wieder gemacht und das hat ja doch wieder besser
Hendrik: funktioniert, als ich gedacht habe.
Hendrik: Und dann hatte irgendwie das Video auch wieder ein paar Millionen Views und
Hendrik: so ist das dann alles wieder so ein bisschen in Gang gekommen.
Hendrik: Und jetzt spiele ich ab und zu diese Figur auf meinem Instagram-Kanal,
Hendrik: aber auch viele andere Figuren.
Nicola: Wollte ich gerade sagen, du hast dann wahrscheinlich auch, um das nicht zu sehr
Nicola: in die eine Richtung gehen zu, das ist ja quasi nicht ein Gegenprogramm,
Nicola: aber der schnöselige Sohn aus gutem, reichem Hause, Adelige und so weiter.
Hendrik: Genau, das spielt natürlich dann noch ein bisschen mit dem Nachnamen und dem Ganzen.
Hendrik: Und ja, also das ist immer so ein bisschen...
Hendrik: Und Instagram ist ja dann schon auch so, dass sie es ja sehr gut finden,
Hendrik: wenn so eine Person so ganz klar zu fassen ist.
Hendrik: Also wenn es so ist, du gehst jetzt meinetwegen auf das Profil und ich bin dieser
Hendrik: hippe Mensch, dann scrollst du nur die Videos runter und hast in jedem Video,
Hendrik: ah, das ist wieder der hippe Mensch, ah, das ist immer der, der so lustig spricht, ah, das ist der.
Hendrik: Und dem wollte ich mich immer unbedingt verweigern und deswegen kann es aber
Hendrik: auch sein dass du halt, ja okay, das ist der hippe Typ und dann guckst du das
Hendrik: nächste Video an und das ist was ganz anderes und dann kommt das nächste Video
Hendrik: und das ist das Stand-up,
Hendrik: das nächste ist eine Fernsehrolle, so da kannst du natürlich auch denken, hä,
Hendrik: was soll das ne, aber das ist halt genau alles das, woraus sich meine künstlerische
Hendrik: Persönlichkeit zusammensetzt Ja.
Nicola: Das ist interessant, ich fand ja total auffällig, dass die Leute geglaubt haben,
Nicola: das ist eine echte Figur, zeitweise. Also das finde ich schon krass.
Hendrik: Ja, genau, das hat man manchmal dann in den Instagram- Rollen,
Hendrik: dass es so eine Eigendynamik entwickelt.
Hendrik: Da habe ich am Anfang wirklich nicht für möglich gehalten,
Hendrik: weil es ja auch unter meinem Namen und meinem Profil ist und wenn man sich unsicher
Hendrik: ist, dann klickt man vielleicht auf das Profil und dann hat man ja ganz schnell
Hendrik: die Antwort, weil ich da ja auch keinen großen Hehl draus mache,
Hendrik: dass ich Schauspieler bin.
Hendrik: Da hat mich manchmal, habe ich wirklich unterschätzt,
Hendrik: einfach 99 Prozent erstmal kommentieren und sich gar nicht damit beschäftigen, woher das kommt.
Hendrik: Aber ich muss auch sagen, mich, und gerade jetzt bei diesem G.Alau,
Hendrik: bei dieser Hippenfigur, der ja dann auch oft angefeindet wird,
Hendrik: da bin ich sehr froh, dass das nicht so viel mit mir macht, weil das alles so,
Hendrik: das ist teilweise so verrückt, das kann ich gar nicht ernst nehmen.
Hendrik: Also ich habe mal irgendwann einen Kommentar gelesen und dann stand von einem,
Hendrik: hat irgendjemand geschrieben, wenn der Russe kommt, soll er ihn als erstes holen.
Hendrik: Also und das ist schon so bizarr, dass das,
Hendrik: Das kommt gar nicht an, weil das so verrückt ist.
Nicola: Ja, kann ich mir gut vorstellen.
Hendrik: Und seitdem hoffe ich immer, dass der Russland nicht kommt. Und dann hätte ich schlechte Karten.
Nicola: Du hast direkt nach der Schule, um nochmal den ganzen Sprung zurückzugehen,
Nicola: eigentlich, glaube ich, mal ganz kurz studiert, hast du mal irgendwo erzählt.
Nicola: Und zwar Philosophie, Theater, Wissenschaft, Soziologie. Hast dann aber schnell
Nicola: wieder den Abbieger gemacht. Warum?
Hendrik: Also das ist ein bisschen aus der Not geboren, nach dem Motto,
Hendrik: ich musste irgendwas machen.
Hendrik: Und dann war es, okay, da kann ich Theaterwissenschaften studieren,
Hendrik: das hat vielleicht irgendwas mit Schauspiel zu tun.
Hendrik: Und dann musste man da aber noch eben andere Sachen auch noch dazu wählen.
Hendrik: Naja, und dann saß ich da in der zweiten Vorlesung und dachte, was mache ich hier?
Hendrik: Und das war ganz schnell klar, also das war so eine Möglichkeit,
Hendrik: mal was anderes kennenzulernen, aber nach sechs Wochen war es dann,
Hendrik: das lassen wir mal, das bringt nichts.
Hendrik: Also das war wirklich nichts, was mich so interessiert hat, langfristig.
Hendrik: Und ich wollte immer was machen auf der Bühne,
Hendrik: ob es Schauspiel ist, ob es Stand-up ist, ob es eine Mischung ist,
Hendrik: was selbstgeschrieben ist, aber ich wusste nicht so richtig, wie man da so hinkommt.
Hendrik: Weil das, was mich immer eigentlich mit am meisten interessiert hat,
Hendrik: war damals so Josef Hader, der so Ein-Person-Stücke sich geschrieben hat,
Hendrik: aber das auf den Bühnen gespielt hat.
Hendrik: Und da gab es jetzt nicht so den klassischen Weg, wie man sowas wird.
Hendrik: Und ja, also das war für mich immer so alles, was ich so mir gedacht habe,
Hendrik: aber das interessiert mich nicht. Ich muss da irgendwie so einen Weg finden.
Hendrik: Und deswegen war klar, dass das eigentlich auch zum Scheitern verurteilt war,
Hendrik: dieses Studium, damals in Mainz.
Nicola: Ah, in Mainz, okay. Ich hatte es mir jetzt irgendwie hier in Hamburg vorgestellt,
Nicola: aber ich wusste es auch nicht.
Hendrik: Da bin ich nicht hingekommen mit meinem Abitur. Aber ich war dann nochmal in
Hendrik: Hamburg für Meteorologie eingeschrieben.
Nicola: Aha.
Hendrik: Ja, aber das Wort ist eingeschrieben.
Nicola: Du bist dann auf eine Schauspielschule gegangen und dann eben doch so erstmal
Nicola: den klassischen Weg des Schauspielers, eben erster Film, dann Besetzung und
Nicola: dann hast du, das fand ich auch spannend,
Nicola: 2021 mit dem Stand-Up-Comedy begonnen.
Nicola: Das war ja mitten in Corona, also so gerade als eigentlich wahrscheinlich viele
Nicola: Live-Sessions eher ausfielen und da hast du angefangen.
Nicola: Hast du gedacht, jetzt ist meine Chance oder hattest du dann die Möglichkeit,
Nicola: weil es gab ja auch zwischendurch dann wieder Pausen von den Lockdowns,
Nicola: bist du da reingegangen oder wie kam das?
Hendrik: Das kam, also ich habe ein bisschen vorher auch schon mich immer mit Stand-up
Hendrik: beschäftigt, weil es mich immer interessiert und das war für mich immer erstrebenswert,
Hendrik: alleine auf der Bühne zu stehen mit was Selbstgeschriebenem ohne irgendwie technischen Bohai.
Hendrik: Und diese Stand-Up-Szene in Hamburg, die war bis vor 5, 6, 7 Jahren,
Hendrik: also 2018, 2019, war das ganz, ganz überschaubar.
Hendrik: Und da war auch noch Stand-Up ganz viel...
Hendrik: Also, oder sagen wir es mal so, früher gab es ja viel mit Stand-up,
Hendrik: da war so ein bisschen Figuren-Comedy, also ein bisschen mit Perücke und man
Hendrik: spielt irgendwie den schrufen Bademeister oder die verrückte Tante oder irgendwie sowas alles.
Hendrik: Aber dieses einfach nur ganz einfach dastehen und seine Geschichten erzählen,
Hendrik: einfach in Anführungsstrichen, das gab es nicht so viel.
Hendrik: Und dann gab es so ein Mikrofon, das war damals im Grünjäger,
Hendrik: das war unter anderem auch mit Moritz Neumeyer, der ja auch ein mittlerweile
Hendrik: sehr bekannter Stand-up-Comedian ist und Hinner Köhn und noch anderen.
Hendrik: Und da gab es einmal im Monat ein Mikrofon und da war ich dann bei und da hatte
Hendrik: man einen Auftritt einmal im Monat und wenn man dann das nächste Mal,
Hendrik: wenn ich nicht konnte, dann haben wir plötzlich zwei Monate nicht auf der Bühne gestanden.
Hendrik: Aber ich habe schon da gemerkt, boah, das macht mir eigentlich Spaß und dann
Hendrik: ist 2021 oder kurz davor hat sich in Hamburg eine neue Marke gegründet und zwar heißen die,
Hendrik: oder Schnack Stand-Up, das ist eine Firma quasi und die sind mittlerweile der
Hendrik: größte Stand-Up Anbieter in Hamburg und die machen mittlerweile jeden Tag Shows.
Nicola: Jeden Tag? Ja.
Hendrik: Oder jeden Tag. Und die waren damals neu und da wollte ich dann auch spielen.
Hendrik: Und dann habe ich da gespielt und da hattest du halt das erste Mal Kontakt.
Hendrik: Okay, hier gibt es eine kleine, hier gibt es eine Community und das war alles
Hendrik: so am Entstehen, so alles am Kommen.
Hendrik: Und trotz Corona konnte man dann
Hendrik: natürlich irgendwie auch mit den Auflagen trotzdem regelmäßig spielen.
Hendrik: Und das war ja extrem wichtig, dass man irgendwie zu der Zeit Ziele hat und
Hendrik: Möglichkeiten hat aufzutreten und ob dann alle eine Maske tragen.
Hendrik: Das ist dann halt so Hauptsache man kann irgendwie spielen und auftreten.
Hendrik: Und für mich war das ganz wichtig, ich habe in den Jahren eigentlich auch immer
Hendrik: sehr viel gedreht, aber trotzdem hat man ja auch immer viel.
Hendrik: Und da muss man als Schauspieler irgendwie auch gucken, wie man fit und wach bleibt.
Hendrik: Und es gibt zum Beispiel nur wenige bis gar keine irgendwelche freien Gruppen,
Hendrik: die trainieren einfach so, die sich treffen auf so einem Montagvormittag und
Hendrik: zusammen an irgendwas arbeiten oder trainieren.
Hendrik: Gibt es nicht oder wenig oder wenn ich mal da war, hat das irgendwie nicht so funktioniert.
Hendrik: Und dieses Stand-Up, das hält einen auch total geistig wach und man hat ein
Hendrik: Ventil für all seine Geschichten und Storys und das war extrem wichtig für mich,
Hendrik: damit anzufangen und das zu machen.
Nicola: Ich habe mal gehört, das ist so Fokusgruppe in Echtzeit, weil man ja sofort
Nicola: merkt, funktioniert das, was ich mache oder nicht.
Nicola: Und wenn man sich das online anguckt, sieht man ja auch, das ist mir auch aufgefallen,
Nicola: werden viel mehr als bei anderen Sachen die Gesichter des Publikums gezeigt.
Hendrik: Ja, das ist halt jetzt auch nochmal ein bisschen neu. Da muss man auch sagen,
Hendrik: da hat sich auch die Mediale oder die Technik auch nochmal so weit geändert,
Hendrik: dass ganz viele mittlerweile quasi ihre ganzen Sets ja selber filmen und noch das Publikum filmen.
Hendrik: Und so, oh ja, also das ist wirklich, das mache ich jetzt nicht.
Hendrik: Aber ja, das ist jetzt auch so ein bisschen nochmal neu auf Social Media,
Hendrik: dass das anscheinend auch jetzt so ein Ausspielungsweg ist.
Hendrik: Das ist natürlich wahnsinnig viel Arbeit, weil du danach dein Set irgendwie auch noch immer,
Hendrik: die gute Stelle raussuchen musst, dann musst du dir das zurechtschneiden,
Hendrik: dann musst du das Publikum finden an der Stelle,
Hendrik: wo es lacht, dann musst du das gegenschneiden und die sehen ja viele auch noch
Hendrik: so gut aus, also von der Technik, also mit einem einfachen Handy werden Filmler die wenigsten.
Hendrik: Also das ist ein ganzer technischer Apparat, der da nochmal hinzukommt,
Hendrik: den ich bisher nicht mache.
Nicola: Aber wenn du jetzt sagst, du hast immer davon geträumt, so ein Soloprogramm
Nicola: auf der Bühne zu haben, dann kann man ja sagen, bist du jetzt fast angekommen, oder?
Nicola: Du startest jetzt Parade, heißt das, im nächsten Jahr.
Nicola: Das ist doch das, wovon du immer geträumt hast, oder?
Hendrik: Ja, ist auf jeden Fall sehr wichtig für mich, dass ich das machen kann.
Hendrik: Aber der nächste Punkt ist ja nun auch, kommen da auch Leute?
Hendrik: Also in Hamburg bin ich mir schon relativ sicher und so, aber ich spiele ja in so ein paar Städten,
Hendrik: Und das ist halt dann ganz, ganz schwer vorauszusetzen, wie die Shows,
Hendrik: vorauszusagen, wie die Shows angenommen werden.
Hendrik: Also das heißt, das ist jetzt nicht so, ich habe die Termine und ab jetzt kann
Hendrik: ich mich zurücklehnen, sondern also da muss man dann auch gucken, wie das ist.
Hendrik: Und es gibt ja auch ganz viele aus der Branche und aus der Szene,
Hendrik: die ihre Touren dann doch absagen, weil es nicht gut genug verkauft ist oder wie auch immer.
Hendrik: Also das ist ein extrem spannender Punkt bei mir.
Hendrik: Aber ja, wenn dann irgendwie in Hamburg das gut verkauft wird,
Hendrik: wovon ich jetzt mal ausgehe und dann da zu spielen mit dem Kram,
Hendrik: den man da fünf Jahre sich antrainiert hat,
Hendrik: das ist schon ein sehr wichtiger Abend für mich.
Nicola: Okay, also alle, die das hier hören, aus Hamburg oder nicht Hamburg,
Nicola: nächstes Jahr geht es los, die Tourdaten sind, wenn ihr das hier hört,
Nicola: auf der Website zu finden und dann könnt ihr auch den Verwandten in ganz Deutschland Bescheid sagen.
Hendrik: So sieht es aus.
Nicola: Unbedingt, Henrik von Bülz im Gewohnheit. Okay, wir machen hier mal einen Cut.
Nicola: Ich hätte eigentlich noch gerne mit dir auch über den Fußball-Podcast,
Nicola: der mich auch fasziniert hat, obwohl ich gar nicht Fußball-Fan bin,
Nicola: aber alles rundherum gerne mag und ich dachte, der Fußball-Podcast ist der richtige für mich.
Nicola: Eine Frage habe ich doch dazu. Spielst du eigentlich selber Fußball oder hast
Nicola: du selber Fußball gespielt?
Hendrik: Habe ich, ja.
Nicola: Hast du, ja. Und du bist aber auch kein Fan, fand ich auch sehr bezeichnend.
Hendrik: Nee, das hat sich bei mir nicht so richtig ergeben. Also ich habe eine Sympathisant des FC St.
Hendrik: Pauli und kann aber auch sehr gut schlafen, wenn sie verlieren.
Nicola: Ja, das ist ja gut im Augenblick.
Hendrik: Ja, und ich bin jetzt auch wirklich nicht so, wenn man mir jetzt den Kader zeigt, nur die Gesichter,
Hendrik: Das wird dann auch schon dünn bei einigen. Also deswegen, ich würde mich als
Hendrik: Sympathisant bezeichnen.
Hendrik: Und sonst hat sich das bei mir einfach nicht ergeben, dass ich Fan von irgendeiner Mannschaft bin.
Nicola: Also das ist jetzt gar nicht so eine bewusste Haltung.
Hendrik: Ich möchte kein Fan sein. Nee, ich finde das gut, aber ich war 1994 das erste
Hendrik: Mal mit meinem Vater im Stadion, im Volksparkstadion, damals HSV gegen Freiburg.
Hendrik: Da wurde mir ein Schal geklaut, es gab noch diesen alten Tunnel,
Hendrik: der dann zum Volkspark führte. Mittlerweile ist der ja offen,
Hendrik: damals war der noch geschlossen.
Hendrik: Das war ein Freitagabendspiel, da wurden Raketen durchgeschossen und Böller.
Hendrik: Also ich hatte nur Angst. Und danach war für mich klar, ich will nie wieder ins Stadion.
Hendrik: Und das war so ein bisschen, hat mir den HSV etwas malig gemacht.
Hendrik: Und dann bin ich irgendwann zu St.
Hendrik: Pauli gekommen, aber ist ein bisschen auch das ganz, ganz große Interesse und
Hendrik: dass ich da nun mitfiebere, wer der nächste Transfer wird und wer nicht,
Hendrik: das ist so ein bisschen vorbei. Ja.
Nicola: Okay, dann machen wir jetzt mal einen ganz harten Schnitt und kommen zu den Lernangeboten.
Nicola: Wir bitten ja unsere Gäste hier immer drei Angebote aus dem großen Angebot der
Nicola: Hamburg Open Online University auszuwählen.
Nicola: Es gibt über 200.
Nicola: Wie ist denn das überhaupt, wenn du sowas hörst, Lernangebote,
Nicola: Weiterbildung, so wie du das schilderst, bist du ja eigentlich permanent in Weiterbildung.
Nicola: Durch auch gerade jetzt Comedian, wie du auch gesagt hast, das ist ja ein dauerhaftes
Nicola: Training, aber denkst du manchmal, ach ich würde irgendwie gerne nochmal was
Nicola: ganz anderes lernen, machen, tun?
Hendrik: Ähm, ja, aber man kennt sich ja auch mit der Zeit selber.
Hendrik: Ich würde zum Beispiel, ja, also eine weitere Sprache finde ich toll.
Hendrik: Also ich kann okay Englisch, aber eine weitere Sprache finde ich toll,
Hendrik: weiß aber auch, das wird bei mir nicht so gehen mit der eigenen Disziplin,
Hendrik: dass ich das jetzt zweimal die Woche lerne.
Hendrik: Ansonsten gibt es immer Themen, wo ich dann so draufstoße, sei es durch irgendwelche
Hendrik: Zeitungsartikel oder durch irgendwelche anderen Artikel, wo ich denke,
Hendrik: oh, das interessiert mich ja mal.
Hendrik: Aber ich muss immer so ein bisschen ange... Also ich muss immer so ein bisschen...
Nicola: Bezug eben wofür.
Hendrik: Ja. Ich habe zum Beispiel mal dieses, das ist ja auch ein sehr bekanntes Buch,
Hendrik: ich weiß nicht, ob du das gelesen hast.
Hendrik: Hast du Utopien für Realisten gelesen? Von Ludger Brechmann.
Nicola: Doch.
Hendrik: Ja.
Nicola: Ja, nee, nee, das habe ich nicht gelesen, aber die zwei andere von den letzten jetzt.
Hendrik: Genau, der hat ein Buch auch geschrieben über so Utopien, über Stadtutopien
Hendrik: und sonst wie und sowas finde ich zum Beispiel total interessant.
Hendrik: Und dann finde ich es auch interessant, sich dann, also diese Utopien dann,
Hendrik: die da vorgestellt werden,
Hendrik: sich mit denen in dem Fall dann zu lesen, aber es geht dann auch nicht so weit,
Hendrik: dass ich dann sofort das nächste Buch, was gibt es noch für andere Utopien und
Hendrik: sonst wie, so weit geht es dann auch immer nicht.
Hendrik: Also kein Nerdtum. Nee, genau.
Hendrik: Und so gibt es immer wieder Themen, wo ich da oder jetzt auch die Angebote,
Hendrik: wir werden gleich noch sprechen, die ich mir ausgewählt habe. Ähm,
Hendrik: Und da finde ich es schon immer dann interessant, mich damit dann zu beschäftigen.
Hendrik: Aber dann kommt das Nächste, was ich auch interessant finde.
Hendrik: Und so richtig tief da richtig reinzugehen, genau, dann interessieren mich immer.
Hendrik: Eher so ein bisschen snippetartig.
Nicola: Da bist du ja eigentlich richtig bei der RUH, weil das ist ja auch so genau gedacht,
Nicola: dass man, also es sind ja Angebote aus den Universitäten, die da sehr tief reingehen
Nicola: und dann aber sagen, gut, wir stellen mal ein bisschen von dem,
Nicola: was wir hier sehr tief erforschen, auch für eine breitere Allgemeinheit zur Verfügung.
Nicola: Und das erste Lernangebot, was du dir ausgesucht hast, heißt News-Life-Balance.
Nicola: Ich stelle es mal ganz kurz vor, damit alle wissen, worum es da geht.
Nicola: Dieses Lernangebot hilft dabei, eine persönliche News-Life-Balance zu entwickeln,
Nicola: damit Nachrichtenkonsum informiert, aber nicht überfordert.
Nicola: Schritt für Schritt entsteht eine Art alltagstaugliche Gebrauchsanweisung,
Nicola: die dich unterstützt, gesund, klar und gleichzeitig gut informiert hält.
Nicola: Es richtet sich dabei sowohl an Nutzerinnen und Nutzer von Medien,
Nicola: als auch an die, die die Nachrichten selbst produzieren.
Nicola: Und das Angebot ist entstanden an der TU Hamburg und der Hamburg Media School.
Nicola: Warum hast du dir genau das ausgewählt?
Hendrik: Weil man da ja wirklich das lernen muss, finde ich, wie man aktuell mit dem
Hendrik: ganzen News-Angebot oder Nachrichten-Angebot, wie man damit umgeht.
Hendrik: Und ich habe zum Beispiel bei mir die Konsequenz gezogen, dass ich bei Instagram
Hendrik: allem entfolgt bin, was mit Nachrichten zu tun hat.
Nicola: Also Tagesschau. Es wird sie etwas bestürzen, wenn sie das jetzt hören.
Hendrik: Ja, ich konsumiere es ja, aber dann gezielt.
Hendrik: Aber nicht, würde ich sehen, jemand ist irgendwie auf Sri Lanka,
Hendrik: der Nächste macht sein Comedy-Programm, oh, Bomben in Gaza, der Nächste ist in Ägypten im Urlaub.
Hendrik: Also, dass man sich da selber sagt, Instagram ist ein Ort für mich der,
Hendrik: auf eine Art und Weise der Unterhaltung Und da schütze ich mich dann vor Nachrichten.
Hendrik: Und das ist zum Beispiel eine Konsequenz, die ich gezogen habe.
Hendrik: Und dieses, wenn man eh so viel mittlerweile oder so regelmäßig damit beschäftigt ist,
Hendrik: mit dem Handy in der Hand oder Nachrichten überall und immer,
Hendrik: was ist noch wirklich eine Meldung und was nicht,
Hendrik: das muss ich sehr trainieren, wie ich da auch den eigenen Konsum steuere.
Nicola: Ja, ich glaube, genau das ist ja die Idee dieses Angebots, dass es da verschiedene
Nicola: Vorschläge gibt, wie man genau das machen kann.
Nicola: Ich glaube, was du gesagt hast, wäre so eine, also ganz bewusst zu sagen,
Nicola: jetzt möchte ich Nachrichten konsumieren und nicht einfach davon so überflutet
Nicola: zu werden in Augenblicken,
Nicola: wo man sie vielleicht auch gar nicht verarbeiten kann. Ja, genau.
Hendrik: Und das...
Hendrik: Konfrontiert mich aber auch selber damit, weil ich das jetzt auch nicht jeden
Hendrik: Tag mache und dann kriegt man manchmal oder kriege ich manchmal auch nur wirklich
Hendrik: im Nachhinein irgendwelche Sachen mit und dann denke ich schon,
Hendrik: also es konfrontiert mich auch mit der großen Frage, wie viel muss man denn
Hendrik: überhaupt informiert sein?
Hendrik: Muss man überhaupt informiert sein?
Hendrik: Also wie doll muss man informiert sein? Ist es viel besser? Da gibt es ja auch, glaube ich, so,
Hendrik: ich will nicht sagen, Theorien ist vielleicht zu groß, aber ob es nicht viel
Hendrik: wertvoller ist, wenn man in seinem Kleinkreis, in seiner Kommune,
Hendrik: wenn man in den Sachen Bescheid weiß,
Hendrik: und nicht so groß, was hat Trump wieder gemacht, weil einen das eh nur aufregt
Hendrik: und man das nicht beeinflussen kann.
Nicola: Und falls am nächsten Tag Vielleicht auch schon wieder ein bisschen.
Hendrik: Ja genau, das nächste ist und ob man sich dann schützt ein bisschen vor diesen
Hendrik: großen Sachen und sich eher mit den kleineren Sachen beschäftigt. Ja.
Hendrik: Für Trump zum Beispiel ist es auch so, dass ich das auch, ich will das gar nicht
Hendrik: wissen, wenn mir jemand zeigt, ach guck mal hier hat er wieder,
Hendrik: ich will das oft gar nicht sehen.
Nicola: Ja.
Hendrik: Weil es ja immer ist, man regt sich immer drüber auf, man denkt jedes Mal,
Hendrik: wie konnte das passieren, oh Gott, oh Gott, oh Gott und schon hat man schlechte Laune.
Nicola: Ja, es geht ja auch um News-Life-Balance, also das finde ich ganz interessant,
Nicola: das wirklich herauszufinden und deshalb ist es ja auch sehr individuell gestrickt,
Nicola: wie ich das verstehe, also dass da auch jeder andere Grenzen zieht.
Nicola: Also wo ist denn meine persönliche Schmerzensgrenze oder was ist für mich informiert
Nicola: sein? Also was brauche ich denn an Informationen?
Nicola: Es gibt ja niemanden, der sagt, du musst aber jeden Tag über das Weltgeschehen
Nicola: Bescheid wissen. Du wirst abends nicht abgefragt.
Nicola: Und die Frage ist eben, was brauchen wir dazu?
Nicola: Und ich fand ganz interessant, die taucht da glaube ich auch in dem Angebot
Nicola: auf, Ronja, ich hoffe der Name stimmt jetzt, Wump Seibel,
Nicola: die selbst Journalistin ist und die hat ein Buch geschrieben auch zu dem Thema
Nicola: und das verlinken wir in den Shownotes, weil ich den Titel jetzt natürlich auch
Nicola: gerade nicht parat habe.
Nicola: Aber die hat geschrieben, dass sie selbst und sie ist Auslandskorrespondentin
Nicola: gewesen in Afghanistan, keine täglichen Nachrichten mehr konsumiert,
Nicola: sondern nur Hintergrundberichte.
Nicola: Wochenzeitungen oder längere Podcasts oder ähnliches. Und das fand ich total interessant.
Hendrik: Das ist auch ein bisschen mein Weg. Also ich habe durch eine,
Hendrik: also ich kenne jemand, der ein Spiegel-Abo hat und der hat sich angewöhnt,
Hendrik: der hat mich irgendwann mal gefragt, willst du eigentlich meine Ausgaben haben, meine alten?
Nicola: Ja.
Hendrik: Dann meinte ich, warum nicht? Und der schickt jetzt immer mir die alten Spiegel,
Hendrik: da kommen so vier auf einmal.
Hendrik: Und dann lese ich mal immer noch so im Nachhinein, aber dann liest man bewusst
Hendrik: diesen Artikel mit Zeit und so.
Hendrik: Und es ist nicht alles mehr so ganz heiß gekocht, sage ich mal.
Hendrik: Und das ist für mich, ist das ein guter Weg. Deswegen finde ich,
Hendrik: das Buch könnte durchaus interessant sein für mich.
Nicola: Ja, also wie gesagt, ich verlinke das in den Schonkost. Das ist total gut.
Nicola: Sie hat nämlich auch einen Tipp, weil auch das Angebot richtet sich ja auch
Nicola: an die, die Nachrichten machen, weil die tragen ja letztendlich auch mit dazu
Nicola: bei, ob wir jetzt Nachrichten gut finden oder nicht.
Nicola: Und da geht es so in Richtung konstruktiven Journalismus, dass ich nicht immer
Nicola: nur mit dem ganzen Elend alleine gelassen werde, sondern auch noch ein konstruktiver Beitrag dabei ist.
Nicola: Und das zieht sich ja jetzt gerade so ein bisschen durch die Szene,
Nicola: würde ich sagen, dass man dann am Ende sagt, so jetzt noch was für die gute Laune.
Nicola: Aber das ist nicht der Punkt, sondern dass wirklich in jeder Nachricht,
Nicola: auch in den schlimmen Nachrichten, irgendwo noch mal ein Ausweg gezeigt wird.
Nicola: Und sie war ja in Afghanistan, wo es auch zu der Zeit, als es da richtig schlimm
Nicola: war, und sie sagt, sie hat dort immer wieder Menschen getroffen,
Nicola: die ihr Hoffnung gegeben haben,
Nicola: Da passiert was oder es könnte einen Ausweg geben und das ist ja natürlich total
Nicola: wichtig, darüber zu berichten und deshalb hat sie den Ansatz Scheiße Plus genannt.
Hendrik: Okay, interessant.
Nicola: Also immer noch das Plus und das tatsächlich in jeder Nachricht zu machen,
Nicola: auch das wird in dem Angebot vorgestellt.
Nicola: Hast du auch schon mal einen Digital Detox vorgenommen?
Hendrik: Im Urlaub.
Nicola: Im Urlaub.
Hendrik: Und ja, im Urlaub das auch mal mit gar nichts angeguckt.
Hendrik: Ja, kann ich nur empfehlen. Tut gut.
Nicola: Genau, ist natürlich dann irgendwie auch keine Dauerlösung für die meisten.
Hendrik: Das stimmt, aber es gibt seit einigen Jahren also kein Handy im Schlafzimmer.
Nicola: Ja.
Hendrik: Also das ist so und auch nicht als Wecker gar nichts. Also,
Hendrik: Also es passiert nie, dass ich vorm Einschlafen noch Screentime habe.
Nicola: Ja, wird auch empfohlen.
Hendrik: Würde ich sagen.
Nicola: Aber ich kann mir mal vorstellen, dass es bei einigen anders ist.
Nicola: Dann würde ich sagen, also das Angebot ist relativ frisch und steht bereit und
Nicola: lädt ein, sich selber da mal ein eigenes Programm auch zu gestalten.
Nicola: Wir kommen zum zweiten Lernangebot, was du dir ausgesucht hast.
Nicola: Das heißt Stadtkulturen.
Nicola: Ich stelle es auch noch mal ganz kurz vor. Das Angebot zeigt,
Nicola: wie digitale Informationen und Angebote unser Bild von Stadt prägen.
Nicola: Zum Beispiel, wenn wir Marseille, New York, London oder Rio de Janeiro nur über
Nicola: Apps und Plattformen erleben.
Nicola: Es bündelt ganz unterschiedliche Materialien wie kurze Erklärfilme,
Nicola: Bibliografien, Wiki-Artikel, Toninterviews und verlinkte Websites,
Nicola: die Lust machen, kulturwissenschaftliche Stadtforschung kennenzulernen.
Nicola: Dabei geht es auch um die Frage, wie wir selbst das Bild einer Stadt eigentlich
Nicola: mitproduzieren und damit dann umgehen.
Nicola: Stadtkulturen ist ein Angebot der HafenCity Universität.
Nicola: Genau, du bist ja eigentlich auch jemand, der ein Stadtbild mitproduziert mit deiner Figur.
Nicola: A, tritt sie in Hamburg auf und B, ist sie ja so ein Typ, wie man ihn in Hamburg
Nicola: treffen könnte, natürlich überzeichnet.
Nicola: Ist dir das eigentlich so auch bewusst oder ist das so ein Thema?
Hendrik: Das glaube ich kommt mal so ein bisschen on top. Ansonsten fühle ich mich mit
Hendrik: Hamburg schon sehr verbunden.
Hendrik: Ich habe ja auch mal zwei Jahre in Berlin gelebt und da ist mir erst aufgefallen,
Hendrik: wie ich so dieses ganze Norddeutsche und Nordische und so doch auch sehr vermisse.
Hendrik: Bin dann ja auch wieder zurückgekommen und mit Hamburg kann ich schon viel anfangen.
Hendrik: Aber natürlich ist es schon auch immer interessant, wie sich die Stadt weiterentwickelt
Hendrik: und welche Entscheidungen getroffen werden und so.
Hendrik: Und deswegen auch das Angebot, weil ich so eine, gut jetzt ist hier der Fokus
Hendrik: sehr auf Digitalisierung.
Hendrik: Das wird ja eh ein ständiger Begleiter sein der Zukunft und wie man da aber den Weg findet,
Hendrik: dass es irgendwie gut und interessant umgesetzt ist, ohne dass alle nur noch
Hendrik: mit dem Handy rumlaufen und man jede Backsteinwand abscannen kann.
Hendrik: Und dann steht einer vorm Handy und liest vor, dieses Gebäude wurde 1899 erbaut
Hendrik: von und alle sind nur vor dem Handy.
Hendrik: Also wie man das irgendwie schafft, auf eine interessante Art und Weise zu schaffen,
Hendrik: ohne dass alle nur noch vor dem Bildschirm hängen. Das finde ich interessant.
Nicola: Was ist denn für dich nordisch? Du hast eben gesagt, dass du das Nordische vermisst.
Hendrik: Vermisst habe damals. Das ist, glaube ich, ein gewisser Schnack,
Hendrik: eine gewisse Tonalität und ich kann mit diesem ganzen mit diesem ganzen ...
Hendrik: Auch mit Wind. Ein Freund von mir wohnt in Köln.
Hendrik: Der ist Hamburger, der meint in Köln, es ist einfach kein Wind.
Hendrik: Der vermisst total den Wind.
Hendrik: Ach, ich kann das schon, da haben wir total viel anfangen.
Hendrik: Vielleicht mit einer gewissen Art der Leute oder mit einem gewissen Schnack und so.
Hendrik: Das merke ich schon. Also auch wenn ich woanders bin, ist es doch immer gern,
Hendrik: dass ich aus Hamburg komme.
Nicola: Ja, sehr ganz interessant fand ich, dass da auch am Beispiel von Marseille vorgestellt
Nicola: wurde, dass es natürlich ganz unterschiedliche Bilder von Stadt gibt,
Nicola: gerade wenn man eben nicht selber jetzt drin wohnt, aber ich glaube auch,
Nicola: also wir beide haben wahrscheinlich schon ein ganz unterschiedliches Bild von
Nicola: Hamburg. Du bist hier geboren, ich nicht.
Nicola: Wir leben wahrscheinlich in ähnlichen oder bewegen uns in ähnlichen Stadtteilen,
Nicola: aber wenn ich jetzt jemanden frage aus Alsterdorf mal,
Nicola: die haben vielleicht schon ein ganz anderes Leben und Mürmelmannsberg,
Nicola: das ist ja auch dann nochmal wieder was ganz anderes und die Frage,
Nicola: wie solche Bilder eigentlich entstehen, also wie sie dann eben auch kulturell
Nicola: vermittelt werden und was da eigentlich von stimmt und was nicht.
Hendrik: Ja, total. Und ich selber erwische mich ja auch.
Hendrik: Es gibt ja auch Straßen, die dann nach außen hin bestimmt sehr klassisch gentrifiziert sind.
Hendrik: Und da erwische ich mich ja auch, wo ich sage, ja gut, dass der alte Pelzladen
Hendrik: jetzt weg ist, ist für mich nicht schlimm.
Hendrik: Ach guck mal, ein schönes neues Café. Also da bin ich ja manchmal auch genau
Hendrik: die Zielgruppe für gentrifizierte Läden.
Hendrik: Natürlich muss das irgendwie auch im Einklang sein, aber es ist ja total schwer,
Hendrik: was man da nun gut findet an dem Neuen, was kommt und wo man sich auch freut,
Hendrik: dass das Alte wegkommt, ohne dass man nun sagt, hier die ganze Zeile muss weg und zack.
Hendrik: Ich finde, das wird auch interessant sein, was das Stadtbild so, wie sich das verändert.
Hendrik: Es gibt ja immer wieder in Hamburg, jetzt ist es ein bisschen Hamburg-spezifisch,
Hendrik: aber immer diese Sachen auch.
Hendrik: Es gab ja zum Beispiel mal die Ottensener Hauptstraße, verkehrsfrei.
Hendrik: Und über die Osterstraße in Eimsbüttel gibt es ja auch immer diese Sachen.
Hendrik: Und dann denke ich immer, wie toll das wäre.
Hendrik: Also wie schön es wäre, wenn man viel mehr solche Orte schafft.
Hendrik: Und es gibt die, die Straßen sind eher so ein bisschen die großen und aber vielleicht
Hendrik: muss man nicht in jede Verwinkelung immer noch eine Straße haben.
Hendrik: Und was es da auch für Elektro-Konzepte gibt, womit dann trotzdem die Leute von A nach B kommen.
Hendrik: Das sehe ich so ein bisschen unter Stadtentwicklung auch.
Nicola: Also was ich an Hamburg schon mag, ist, dass da experimentiert wird.
Nicola: Also Ottensen ist, glaube ich, wieder rückgängig. Die haben das ja so als Projekt
Nicola: gemacht und da waren es schon auch die Anwohner, also die Geschäfte,
Nicola: die gesagt haben, nee, lass mal lieber.
Nicola: Wir wollen das gar nicht, dass das hier verkehrsberuhigt ist.
Nicola: Und ich vermute mal, dass es da in der Osterstraße auch ähnlich ist.
Nicola: Aber für die Leute selbst ist es natürlich eine hohe Lebensqualität,
Nicola: sich so bewegen zu können.
Nicola: Ja, und es gibt ja in Hamburg, was ich auch faszinierend finde,
Nicola: dass es auch so eine künstlerische Szene gibt, die sich dann in den Stadtteilen
Nicola: breit macht, also Gängeviertel zum Beispiel.
Nicola: Bist du da auch irgendwie beteiligt oder hast du da irgendwie eine Nähe zu?
Hendrik: Ich kenne das. Ich war auch mal da, aber das ist dann, soweit ich es bisher
Hendrik: gesehen habe und so, das ist ja alles eher etwas alternativer und auch etwas performativer.
Hendrik: Und das findet so ein bisschen, glaube ich, nochmal mehr in der Subkultur statt.
Hendrik: Und da bin ich nicht so drin.
Hendrik: Also ich finde das so interessant, wenn man mich irgendwo einlädt,
Hendrik: guck dir das an, dann gucke ich mir da was an.
Hendrik: Aber ich weiß gar nicht so genau, was da gemacht wird. Aber da findet jetzt nicht Stand-up statt.
Hendrik: Ich glaube ab und zu Theaterprojekte. Aber da war ich schon lange nicht mehr.
Nicola: Ich finde einfach toll, dass es das gibt.
Hendrik: Ja, total.
Nicola: Dass es solche Möglichkeiten, solche Räume gibt. Und dass sich verschiedene
Nicola: Kulturen verschieden auch entwickeln können und da auch Platz für haben.
Hendrik: Definitiv, total.
Nicola: Wir kommen nicht zum nächsten Lernangebot, sondern zu unserer Rubrik.
Nicola: Wir haben auch eine Rubrik in unserem Podcast, die heißt Lernen oder...
Nicola: Auswendig lernen im Gehen. Du musst ja wahrscheinlich viel auswendig lernen.
Nicola: Oder auswendig lernen auf dem Sofa?
Hendrik: Im Gehen.
Nicola: Immer im Gehen.
Hendrik: Ja.
Nicola: Das soll auch besser funktionieren.
Hendrik: Ja, definitiv.
Nicola: Lernen durch Sehen oder Lernen durch Hören?
Hendrik: Durch Sehen.
Nicola: Lernen durch die Fehler anderer oder Lernen durch eigene Fehler?
Hendrik: Oh, das ist beides wichtig.
Hendrik: Ich würde fast sagen, durch die Fehler anderer. Also ich bin jetzt sehr beim Stand-Up.
Nicola: Ja.
Hendrik: Und da siehst du so viel. Und Fehler sind ja auch, ist jetzt ja immer gar nicht
Hendrik: schlecht, jemand scheitert, aber man sieht, weil beim Stand-Up, also,
Hendrik: Ich mach's kurz. Lern durch die Fehler anderer.
Nicola: Was ist denn überhaupt ein Fehler?
Hendrik: Genau, einen Fehler gibt's nicht. Aber man sagt quasi immer so ein bisschen,
Hendrik: die Definition von Schauspiel oder von Sachen auf der Bühne ist immer so ein
Hendrik: bisschen A spielt B vor C.
Hendrik: Also du, genau. Und deswegen ist es ganz schwer, sich selber zu beurteilen und
Hendrik: selber zu sagen, oh, das war ein Fehler.
Hendrik: Weil man selber kann sagen auf der Bühne, oh, das hat jetzt aber nicht gut funktioniert.
Hendrik: Aber vielleicht für acht Leute im Raum war das ganz wunderbar.
Hendrik: Also das ist immer ganz schwer für sich selber so rauszufinden.
Hendrik: Wenn man aber jemand anderen sieht, dabei zusieht, dann kriegst du ja viel mehr
Hendrik: mit, okay, das hat nicht funktioniert.
Hendrik: Ach ja, weil er den Mikrofon ständig die ganze Zeit vor dem Gesicht hat.
Hendrik: Oder das hat nicht funktioniert, weil er sich in einer entscheidenden Szene
Hendrik: abgedreht hat, weg vom Publikum und man konnte seine Mimik nicht sehen.
Hendrik: Oder sowas alles. Und dann kann man für sich sagen, okay, das Erste ist,
Hendrik: den Mikrofonständer immer aus dem Gesicht stellen.
Hendrik: Das Zweite ist, alles spielst du nach vorne, wie auch immer.
Hendrik: Und deswegen ist das so wichtig, dass man sich viel anguckt.
Hendrik: Fehler in dem Sinne gibt es nicht, aber man hat natürlich schon manchmal ein
Hendrik: ganz anderes Humorzentrum als die andere Person.
Nicola: Humorzentrum ist ein schöneres.
Hendrik: Genau, ja, das sind dann in dem Sinne keine Fehler, aber natürlich denkt man
Hendrik: bei manchen Jokes, oi, oi, oi, sowas mache ich am besten gar nicht.
Nicola: Ja, ist ja auch schön, also ich meine, es geht ja letztendlich darum,
Nicola: dass dann eben, wie du das geschildert hast, das aufs eigene zu übertragen und
Nicola: sich nicht an den Fehlern der anderen jetzt zu ergötzen oder zu sagen.
Hendrik: Ha, ha, ha, so was ist das Schaden? Das wäre nicht so ein smarter Move.
Nicola: Lernen durch Beobachtung oder Lernen durch Erklärung?
Hendrik: Beobachtung.
Nicola: Das schließt direkt an eigentlich. Und lernen durch Schmerz oder lernen durch Belohnung?
Hendrik: Ähm, nee, Belohnung, ja, Belohnung.
Nicola: Belohnung, also lieber hinterher ein schönes Essen, ein guter Keks.
Hendrik: Ja, das ist jetzt die Frage, wie die Definition von Schmerz ist.
Nicola: Ja.
Hendrik: Aber ich glaube, dass wenn man einen kreativen, also eigentlich glaube ich für
Hendrik: jeden Beruf, dass es motivierender und schöner ist, wenn man nicht mit Schmerz.
Hendrik: Aber ich muss wissen, wie Schmerz gemeint ist.
Nicola: Ja, also ich überlege auch gerade selber, Schmerz ist ja manchmal auch gar nicht so negativ.
Nicola: Also man muss es ja nicht so masochistisch sehen, sondern sagen,
Nicola: es ist einfach eine tiefe Erfahrung, die sich eingeprägt hat.
Nicola: Also Schmerz ist ja auch dazu da, um uns vor Dingen zu schützen oder abzuhalten.
Nicola: Und vielleicht ist es dann nachhaltiger, weil man diesen Schmerz doch mehr spürt
Nicola: als die Belohnung und deshalb intensiver lernt.
Hendrik: Ich habe den Schmerz jetzt so gesehen, jetzt bin ich natürlich wieder beim Schauspiel
Hendrik: oder beim Stand-up, dieses, man spielt eine Szene und danach gibt es jemanden,
Hendrik: also das war ja nun gar nichts.
Hendrik: Also jetzt, genau, reiß dich zusammen.
Nicola: Was ist mit deinem Text?
Hendrik: Hast du den nicht gelernt oder wie? Come on, besser dich, wir müssen gleich
Hendrik: hier drehen. So, mach's nochmal.
Hendrik: Also da wurde ja auch viel mit gearbeitet, mit diesem, man bricht einen Schauspieler,
Hendrik: um ihn dann flexibel zu machen oder so.
Hendrik: Und dann in dem Fall, glaube ich, wäre es besser, wenn du trotzdem sagst,
Hendrik: oder wenn man bei solchen Sachen ist, okay, wir machen den Text nochmal,
Hendrik: wir machen es nochmal und nochmal.
Hendrik: Also was heißt jetzt, das ist dann vielleicht keine Belohnung, aber diesen Schmerz,
Hendrik: So wie ich ihn jetzt eben definiert habe, das ist, glaube ich,
Hendrik: für eine Kreativität in den meisten Fällen hinderlich.
Hendrik: Aber klar, es ist auch total wichtig, dass man schlechte Auftritte hat und das
Hendrik: löst auch einen Schmerz in sich aus und das ist auch sehr wichtig.
Nicola: Ja, also ich erinnere mich, dass ich mal einmal hier so eine Aufnahme gemacht
Nicola: habe und ein Mikro nicht aktiviert hatte,
Nicola: weil ich danach noch, also ich hatte es aktiviert und nachher ja nochmal die
Nicola: Batterie gewechselt oder ähnliches und das war eine so schmerzvolle Erfahrung,
Nicola: weil ich hinterher das Ganze nochmal bearbeiten musste, man konnte das retten,
Nicola: das waren eben viele, viele Stunden,
Nicola: dass ich das natürlich viel intensiver wahrnehme und jetzt immer mehr darauf
Nicola: achte, als wenn man hinterher sagt, ja ist ja alles super gelaufen.
Nicola: Also das ist dann, aber in der Tat, das ist Schmerz ist ja nicht unbedingt erniedriger.
Nicola: Was du gesagt hast, das geht ja fast in Richtung erniedriger.
Nicola: Und das ist natürlich nochmal ein Unterschied.
Hendrik: Ja, das stimmt.
Nicola: Dann kommen wir zum dritten und letzten Angebot. Das führt fast so ein bisschen weiter.
Nicola: Mentales Training heißt das.
Nicola: Ich stelle es auch kurz vor. Mentales Training hilft dabei, praktische und geistige
Nicola: Fähigkeiten im Kopf zu üben und zu festigen.
Nicola: Egal ob für Studium, Job oder Alltag. Es schafft Ruhe, stärkt die Sicherheit
Nicola: und macht es leichter, auch unter Stress abzurufen, was man kann.
Nicola: Das Lernangebot kommt aus dem UKE und zeigt, wie sich in vier einfachen Schritten
Nicola: mentales Training anwenden lässt.
Nicola: Ja, warum das Angebot?
Hendrik: Weil das natürlich auch ein wichtiger Skill ist, jetzt für mich sich fokussiert zu konzentrieren.
Hendrik: Also bei mir ist es ja immer, ich bin um 20.30 Uhr auf der Bühne und alles was
Hendrik: davor und was danach, das interessiert ja das Publikum nicht,
Hendrik: ob ich einen schlechten Tag hatte.
Hendrik: In dem Fall, ich muss jetzt da sein und meine Witze machen.
Hendrik: Und beim Film ist es ja genauso. Oder wenn man dreht.
Hendrik: Und sich da in einen Zustand zu versetzen, wo man quasi mental auch immer so
Hendrik: gefestigt ist und rechts und links ausblenden kann und das abzurufen,
Hendrik: dass man dann auf diesen Punkt, weil als Comedian spielst du ja ganz oft so
Hendrik: 15 Minuten Sets, die Uhr läuft mit, du hast genau 15 Minuten Zeit.
Hendrik: Und da hast du nicht sieben Minuten Anlaufzeit, nach sieben Minuten,
Hendrik: ist es schon vorbei, wenn es da nicht funktioniert und deswegen finde ich,
Hendrik: kann man sich gar nicht genug damit beschäftigen mit mentalen Training und sich
Hendrik: selber kennenzulernen, was brauche ich, was brauche ich nicht,
Hendrik: was ist mir wichtig und das finde ich total interessant sich damit selber,
Hendrik: zu konfrontieren und zu erforschen, was man ganz individuell braucht.
Nicola: Ich gehe mal davon aus, sowas lernt man doch wahrscheinlich auch in der Schauschulenschule
Nicola: oder lernt man da Techniken?
Hendrik: Ich glaube, dieses ganz, ja, sicherlich lernt man ein bisschen was mit Routinen
Hendrik: und Abläufen und sich einsprechen und so.
Hendrik: Aber das empfinde ich eigentlich, beim Film empfinde ich das eigentlich fast
Hendrik: krasser. Ich habe auch nicht viel Theater gespielt.
Hendrik: Beim Film finde ich dieses auf den Punkt und Go, also für den Film finde ich das interessanter.
Hendrik: Weil du da auch noch, gegebenenfalls lernst du ja auch deine Spielpartner oder
Hendrik: Spielpartnerinnen erst fünf Minuten vorher kennen und dann hast du ein Team
Hendrik: von 30, 40 Leuten und alle haben eine andere Temperatur oder auch von denen, mit denen du spielst.
Hendrik: Flupp, los geht's. Deswegen sind halt auch diese kleinen Rollen beim Film manchmal
Hendrik: die mit Abstand die stressigsten, weil du nur ein,
Hendrik: zwei, drei Tage da bist und in denen musst du funktionieren und dann wartest
Hendrik: du sechs Stunden und dann geht deine Szene und wir sind schon am Ende des Tages
Hendrik: und die Sonne geht unter und bitte.
Hendrik: Also das ist schon wichtig.
Nicola: Ja, da fand ich auch das Visualisieren ganz spannend, was hier ja beschrieben wurde,
Nicola: weil du musst ja irgendwie auf den Punkt dich auch in eine Situation versetzen,
Nicola: die vorher war und die jetzt in dieser Abgehacktheit der Szenen ja sich gar
Nicola: nicht für dich entwickelt hat, sondern wo du plötzlich so reinspringst und der
Nicola: andere oder die andere, mit denen du dann sprichst, dann auch schon was erlebt haben.
Nicola: Und deshalb, das habe ich mir immer total schwierig vorgestellt,
Nicola: weil eben der Film ja nicht in einer Chronologie entwickelt wird,
Nicola: wo du sagst, okay, ich mache jetzt bestimmte Gefühlszustände mit und dann entwickeln
Nicola: die sich bei mir, sondern du musst genauer drin sein.
Nicola: Also dieses Visualisieren, was ist vorher passiert, was wird vielleicht nachher
Nicola: passieren, so stelle ich mir vor, muss es ja wahrscheinlich sein, oder?
Hendrik: Genau, das ist dann eine Vorbereitung, die man macht. Das kommt wirklich aber
Hendrik: auch immer darauf an, wie komplex so die Rolle ist.
Hendrik: Aber dann kann man genau damit arbeiten, dass man für sich irgendwie weiß,
Hendrik: was war vorher, was war nachher.
Hendrik: Und dann kann man auch arbeiten mit genau, was empfindet man dem Raum gegenüber,
Hendrik: was macht die Person mit mir und warum, was macht die Person mit mir und warum.
Hendrik: Also, dass man so einen theoretischen Unterbau hat, woraus sich das dann zusammensetzt, was man auch spielt.
Hendrik: Aber ja, das ist die Schwierigkeit und die Kunst beim Film, dass man in der kurzen Zeit...
Hendrik: Das alles so annehmen kann, gegebenenfalls ausblenden kann und dann da in diesem Moment spielt.
Nicola: Ausblenden denke ich auch, du hast eben gesagt, da ist so ein ganzes Set,
Nicola: die alle zugucken und unterschiedlich drauf sind.
Nicola: Das ist ja auch etwas, was man so bei Achtsamkeit, Yoga, Übungen trainiert.
Nicola: Also ich hatte mal eine Yoga-Lehrerin, die hat immer gesagt,
Nicola: ihr müsst reinkommen und egal, wenn dann nochmal fünf Leute später reinkommen,
Nicola: ärgert euch da nicht drüber oder nehmt das gar nicht wahr und das ist ja tatsächlich
Nicola: eine Übung, dann zu sagen,
Nicola: okay, ich schalte alles um mich herum ab, obwohl der Raum viel zu voll ist.
Nicola: Sie fand das immer toll, wenn es voll war, weil sie gesagt hat,
Nicola: dann müsst ihr noch mehr trainieren, das alles wegzumachen. Machst du solche
Nicola: Übungen auch? Oder brauchst du das überhaupt?
Hendrik: Ich habe ein bisschen rausgefunden, was ich brauche.
Hendrik: Und da ist im Laufe der Zeit, das mag ich auch, dass man mittlerweile auch schon
Hendrik: so Berufserfahrungen hat, dass ich mich nicht mir scheue, das anzusprechen.
Hendrik: Also zum Beispiel ein konkretes Beispiel, ähm,
Hendrik: Man spielt ja und dann wird man gefilmt von der Kamera und im Hintergrund stehen
Hendrik: oft ja noch Leute, Teammitglieder und sonst was.
Hendrik: Und für die ist es auch oft so, dass sie natürlich irgendwie schon sich um die
Hendrik: nächste Sache Gedanken machen müssen oder sonst wie. und dann ist es manchmal,
Hendrik: dass welche dann einfach mit dem Handy da stehen.
Hendrik: Und das heißt gar nicht, dass die privat irgendwas machen. Das kann auch sein,
Hendrik: die gucken sich irgendwelche Sachen an, die für den Film wichtig sind.
Hendrik: Aber mich macht es fuchsig zu spielen und ich sehe neben der Kamera sind Leute einfach am Handy.
Hendrik: Und das ist zum Beispiel, was ich dann immer, dann sage ich immer,
Hendrik: frage ich immer, ist es möglich, dass die mit dem Handy bei mir aus der Eyeline,
Hendrik: sagt man, also dass sie aus der Eyeline gehen.
Hendrik: Und sowas, das fordere ich mittlerweile dann auch ein. Und das geht dann auch.
Hendrik: Und sowas brauche ich zum Beispiel.
Hendrik: Und da haben sich so ein paar Sachen ergeben in den letzten Jahren,
Hendrik: die ich dann schon gut finde, wenn die dann auch sind.
Nicola: Und die du dann auch für dich einfordern kannst, weil du eben das Standing hast
Nicola: und sagst, man darf auch mal sagen, was man möchte.
Hendrik: Genau, also ja, genau.
Nicola: Und bist du trotzdem noch unter Stress?
Hendrik: Ja, klar.
Nicola: Wie jedes Mal? Oder gibt es Sachen, wo du sagst, okay, da weniger?
Nicola: Oder was stresst dich denn besonders vielleicht?
Hendrik: Naja, also jetzt beim Stand-up oder sonst wie, da gibt es ja auch immer Unvorhersehbarkeiten.
Hendrik: Manchmal spielt man ja auch zwei Spots oder ich jetzt zwei Spots an einem Abend
Hendrik: und dann verzögert sich eine Show.
Hendrik: Das kann sein, jetzt zur Weihnachtszeit, man hat eine Gruppe von 20 Leuten,
Hendrik: die zu einer Comedy-Show gehen, weil sie eine Weihnachtsfeier haben. Und die verspäten sich.
Hendrik: Und dann sagt die Show, okay, wir warten noch 10 Minuten, weil wenn diese 20er-Gruppe
Hendrik: während der Show kommt, ist auch blöd, deswegen warten wir lieber.
Hendrik: Das heißt, dafür kann ich jetzt gar nichts, die Show kann dafür nichts und plötzlich
Hendrik: verschiebt sich aber die Show nach hinten und das wirft den eigenen Zeitplan
Hendrik: nach hinten, weil man dann ja irgendwie weiß, okay, Mist, zu dem nächsten Spot
Hendrik: wird es jetzt langsam knackig. So.
Hendrik: Und dann kommst du manchmal halt komplett gehetzt an. Du hast kein Gefühl für
Hendrik: die Show und kommst an und drei Minuten später heißt es quasi,
Hendrik: bist du fertig und los geht's.
Hendrik: Also das sind dann schon manchmal äußere Sachen, die mich stressen.
Hendrik: Oder kürzlich musste ich von, also genau, das passiert halt immer.
Hendrik: Kürzlich musste ich von A nach B kommen und meine Vespa ist nicht angesprungen.
Hendrik: So. Und dann bist du da und denkst, oh Gott, oh Gott, oh Gott,
Hendrik: oh Gott. Wenn das jetzt nicht klappt, dann bin ich derjenige,
Hendrik: der diesen ganzen Ablauf durcheinander bringt.
Hendrik: Oder es gibt Hackler, das ist in Hamburg Gott sei Dank relativ selten.
Hendrik: Hackler sind Leute, die reinrufen im Publikum.
Hendrik: Also da muss man auch mit umgehen und einen Weg finden. Und das ist zum Beispiel
Hendrik: was, das musst du erfahren.
Hendrik: Das muss man ein, zwei Mal erlebt haben.
Hendrik: Und ich hatte einmal eine in der Show, die saß in der ersten Reihe und die hat
Hendrik: einfach alles kommentiert, was ich gemacht habe.
Hendrik: Und die Witze auch kommentiert. Glaube ich nicht, aha, und wann war das?
Hendrik: Und so, und dann bist du auch, mein Gott.
Hendrik: Und dann musst du in dieser kurzen Sekunde jetzt dann verarbeiten, was mach ich denn?
Hendrik: Jetzt mache ich ihr meine Witze weiter, sage ich ihr, ob sie ruhig sein kann,
Hendrik: frage ich sie, ob sie noch ein Wasser trinken will, gibt man ihr Fokus,
Hendrik: gibt man ihr Aufmerksamkeit.
Hendrik: Das sind ja alles dann so Gedanken, die sich dann abspielen.
Hendrik: Und ja, also das stresst einen schon natürlich.
Nicola: Also alles das, was letztendlich nicht vorhersehbar ist und was so ein bisschen
Nicola: die üblichen Abläufe stört.
Hendrik: Ja genau, ein bisschen die Routinen, wenn man sagt, das brauche ich,
Hendrik: um gut abliefern zu können.
Hendrik: Und wenn das dann ins Schlingern gerät, klar, dann ändert sich einiges.
Nicola: Ja, wir sind durch und durch alle drei Lernangebote.
Nicola: Also ich fand es eine spannende Kombination und wer hier zuhört,
Nicola: kann sich ja vielleicht die auch nochmal angucken oder auch die vielen anderen, die noch da sind.
Nicola: Hast du noch irgendwas, was du loswerden möchtest? Also ich möchte nochmal natürlich
Nicola: gerne auf dein Programm, damit du das nicht machen musst, hinweisen.
Nicola: Parade heißt das, Stand-up-Comedy mit Henrik von Bülzingslöwen im Jahr 2026,
Nicola: das jetzt begonnen hat, wenn ihr uns zuhört.
Nicola: Und wir hier noch bei Weihnachtskeksen sitzen. Die Termine gibt es auf deiner Website.
Hendrik: Genau, ab März geht es los. Hamburg ist der 26. März.
Nicola: Okay, genau. Dann sichert euch schon mal die Karten.
Hendrik: Ja, das würde mich freuen. Nee, ich habe nichts weiter. Danke für das nette Gespräch.
Hendrik: Und dieses Buch, das könnte für mich interessant sein. Mit dem Nachrichten-Plus.
Nicola: Ja, also es ist in den Shownotes verlinkt.
Nicola: Ronja von Wump Seibel ist der Name und irgendwas mit guter Welt oder sowas.
Nicola: Das werde ich auf jeden Fall noch ergänzen.
Nicola: Ja, wer nach diesem Gespräch noch Lust hat, mehr zu erfahren,
Nicola: hört vielleicht auch nochmal in die anderen Folgen rein.
Nicola: Es gibt noch einen weiteren Schauspieler, mit dem ich mal gesprochen habe.
Nicola: Im Juli, Kailas Mahadevan, der auch Tatort Schauspieler ist,
Nicola: also Tatort Gerichtsmediziner im Süden.
Nicola: Und Rehan Sahin, AK Lady Bitray, war auch schon bei uns zu Gast.
Nicola: Mein Co-Host Christian hat mit der Karate-Weltmeisterin Reem Kamis gesprochen.
Nicola: Auch dort ging es schon um die Bedeutung von mentaler Stärke,
Nicola: denn die ist natürlich auch beim Sport sehr wichtig.
Nicola: Dir, Henrik, vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast,
Nicola: auf alle unsere Fragen zu antworten, die dich mit Lernangeboten beschäftigt
Nicola: hast und viel, viel Erfolg natürlich für dein Programm und alles Weitere.
Hendrik: Vielen Dank.
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